Zwiegespräch mit deiner Seele

 

Meine Seele, hörst du mich?

Ich habe gewartet darauf, dass du mich ansprichst, ich wusste, dass du es tun würdest. Irgendwann

Wie siehst du aus, meine Seele?

Ich verändere meine Gestalt. Ich bin nicht eins. Ich fließe, ich regne, manchmal stehe ich still, aber oft bin ich in Bewegung, ich bin wie Tropfen und wie ein Wasserfall, und manchmal sehe ich aus wie Glas, aber hart bin ich nicht, sondern weich und durchlässig, ich ändere meine Farbe und Farben. Ich bin blaue Tropfen, weil ich Blau mag, aber manchmal bin ich auch lila und pink und rosa, ich habe Vorlieben wie du, die Farben, die du liebst, liebe auch ich.

Und was fühlst du?

Ich bin traurig, so unendlich traurig, aber Ängste habe ich nicht, weil ich nicht ausgeliefert bin, weil ich frei bin, weil ich wähle, weil das meine Bestimmung ist, und weil ich meiner Bestimmung gern folge, weil ich weiß, dass ich eingebunden bin, traurig bin ich, weil du weinst. Und trotzdem will ich mich verkörpern, trotz dieser Traurigkeit und der Ängste, immer wieder aufs Neue, ich habe solche Lust dazu, die Welt zu erfahren. Oh ja, es ist anstrengend. Und traurig. Und angstbesetzt, wenn ich mich inkarniere. Als Seele kenne ich keine Angst.“

 

Vielleicht hast du Lust, dich auch einmal mit deiner eigenen Seele zu unterhalten. Ich habe nur den Anfang meines Zwiegesprächs hier veröffentlicht. Tatsächlich habe ich mich überhaupt nicht darauf vorbereitet; ich hatte seit Wochen vor, meine Seele endlich einmal anzusprechen, um dieses Seelentagebuch zu beginnen, und so begann das Gespräch völlig spontan und von mir ungeplant. Allerdingst hat auch hier wohl eine Art von Vorbereitung stattgefunden, nur eben etwas anders, unbewusst und stetig, über Wochen.

Du kannst dir, solltest du das Zwiegespräch mit deiner Seele suchen wollen, als Vorbereitung gern zunächst einen (imaginären) Kraftplatz suchen.

Dazu nimm dir, wie immer, ausreichend Zeit — mindestens eine halbe Stunde sollte es diesmal sein. Leg oder setz dich bequem hin, schließ die Augen und spüre deine Verbindung mit dem Boden, wo dein Körper aufliegt/den Boden berührt. Lass dich dort tief in den Boden hineinsinken.

Nun stell dir vor, wie du aus dem Zimmer gehst, wie du Wohnung/Haus verlässt, indem du durch die Tür gehst. Du kommst zu einer Treppe mit zehn Stufen. Geh jetzt jede Stufe bewusst hinab. Unten angelangt stehst du vor einem Tor. Es öffnet sich für dich und du gehst hindurch. Indem du durch dieses Tor gehst, wirst du für die Zeit dieser Reise, all deine Gedanken und Probleme hinter dir lassen und dir deinen Ort der Kraft so gestalten, wie du ihn brauchst und dir wünschst. Wie sieht dein persönlicher Kraftort aus? Ist es eine blühende Blumenwiese mit verschlungenen Pfaden? Oder ein alter, großer Baum auf einer Lichtung im Wald? Oder ein Sandstrand, an den das Meer die schönsten Muscheln gespült hat? Liegt dein Kraftort auf einer Hochebene oder im Tal oder vielleicht in einer Höhle? Gestalte ihn ganz so, wie er für dich am besten ist. Setz dich hin, ruh dich dort aus, fülle deine Zellen mit der Kraft und der Energie deines Ortes.

Wenn du dich ausgeruht hast, versuche Kontakt mit deiner Seele aufzunehmen. Sprich sie einfach an. Sprich laut oder leise oder nur in Gedanken: „Wo bist du, meine Seele? Wie siehst du aus? Wie geht es dir?“ Nimm Verbindung zu diesem eigentlichen Teil deiner Selbst auf.

Erlebe einfach, was passiert.

Nach diesem Austausch, stell dir vor, wie du dich langsam an deinem neu gefundenen Kraftplatz erhebst und zurück durch das Tor gehst, durch das du gekommen bist. Geh die zehn Stufen wieder hinauf, so dass du ankommst in deinem jetzigen Leben.

Versuch dir diesen Kontakt mit deiner Seele im Alltag zu erhalten. Erinnere dich daran, wie leicht du mit ihr in Kontakt treten konntest.

An deinen Kraftort kannst du jederzeit, auch für nur kurze Minuten, zurückkehren, um dich aufzuladen.

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6 Kommentare zu „Zwiegespräch mit deiner Seele

  1. Hat dies auf Mia.Nachtschreiberin. rebloggt und kommentierte:
    Liebe Fe,
    ich mag es, diesen Auszug aus dem Zwiegespräch mit deiner Seele; ich glaube, genau so und im Dialog kommen wir uns uns und ihr jedes Mal ein Stück näher. Und auch hier, bei dir, in Moas aktuellem Beitrag und auch in meinem geht es um Angst, das wiederum zu der Synchronozität der Beiträge.
    Das ist dein Satz, den ich mit in meine Woche nehme: “ …trotz dieser Traurigkeit und der Ängste, immer wieder aufs Neue, ich habe solche Lust dazu, die Welt zu erfahren. Oh ja …“
    Nicht einfach, oft traurig, weil es oft Abschied von anderem Gewohnten bedeutet, aber genau da wird es so oder so hingehen …
    Dir einen guten Start in die neue Woche,
    liebe Grüße,
    Mia

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  2. Liebe Fe,
    „Ich habe gewartet darauf, dass du mich ansprichst, ich wusste, dass du es tun würdest. Irgendwann“
    Vielen Dank, dass du mich an etwas erinnert hast, was eigentlich selbstverständlich sein sollte. Aber auch bei mir scheint die Verbindung und das Zwiegespräch zwischen Körper und Seele und den anderen Anteilen des „ichs“ zu oft vernachlässigt.
    Die Übung dazu mit dem Treppe hinunter gehen zum Kraftplatz spricht mich auch sehr an. Danke!

    Herzliche Grüße
    Ulrike

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ulrike,
      während der letzten Tage habe ich immer wieder an dich gedacht, habe mich gefragt, wie es dir wohl gehen mag.
      Ich glaube, dieses Zwiegespräch und dann, als nächster Schritt: der Seele mehr Raum zu geben, hat einen (den) entscheidenden Einfluss auch auf die körperliche Gesundheit und Kraft.
      Aber die Integration in den Alltag ist und bleibt einfach schwer — und ich hoffe, dass die Übungen dich dabei ein Stück weiter bringen.
      Deine Fe.

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  3. Liebe Fe,
    wenn ich einmal wieder Zeit für mich haben werde, will ich meinen Kraftort auf die von Dir vorgeschlagene Weise aufspüren. Ich bin wirklich neugierig darauf, denn ich meine immer, er wäre am Wasser, aber wissen tue ich es nicht.
    Danke für diese Anregung!
    Herzliche Grüße
    Susi

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  4. Liebe Susi,
    viel Spaß bei deiner inneren Reise — ich freue mich, dass ich dir Anregungen geben konnte und hoffe, dass du die Zeit für dich finden wirst, um deinen ganz eigenen Kraftort aufzuspüren.
    Deine Fe.

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