Plädoyer fürs Selber Fühlen

Wann auch immer ich in den Mainstreammedien (dazu zähle ich die Zeitungs-/Zeitschriftenlandschaft von Spiegel über taz und Süddeutsche bis zu FAZ sowie die öffentlich-rechtlichen Radioanstalten wie DLF – Fernsehsender lasse ich außen vor, da ich seit viel zu vielen Jahren nicht mehr ferngesehen habe, um das beurteilen zu können) etwas zu Homöopathie oder zu nicht schulmedizinisch anerkannten Heilmethoden lese/höre, sind die Äußerungen von Häme und (leider, meist auch) Unwissenheit und/oder Dummheit (typisches Beispiel inklusive der Fehlinformation, Homöopathie wolle Gleiches mit Gleichem heilen) getragen.

Eigentlich geht es meist darum, kundzutun, dass die Homöopathie nicht wirke(n) (könne), weil die eigentliche Substanz in den meisten Mitteln nicht mehr nachweisbar sei (letzteres stimmt). Dann folgen emotionale, gehässige Auslassungen, neuerdings wahrscheinlich noch abgerundet durch einen Hinweis auf die von ihr ausgehende Gefahr.  Das war nicht immer so. Ich erinnere mich an einen kurzen Beitrag im DLF vor rund 15 Jahren, in dem von einer universitären Studie über Homöopathie im Zusammenhang mit Epilepsie die Rede war, bei der die Wirksamkeit der Homöopathie untermauert wurde, da ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass Epilepsie nicht mit Placebos zu behandeln sei. Leider kann ich diese Studie jetzt nirgendwo mehr finden.

Über Jahre habe ich mich gefragt, ob eigentlich nur hinsichtlich der Themen, über die ich fundiertes Wissen besitze, Halbwahrheiten verbreitet werden, oder ob das ein Grundproblem bei (fast) allen Themen und zwar innerhalb der gesamten Medienlandschaft sei. Diese Frage ist relevanter denn je. Und zudem eine sehr problematische, da inzwischen nicht mehr nur innerhalb von rechten und rechtsextremen Kreise gern von der Lügenpresse (respektive Lückenpresse) die Rede ist.

Aber die (wie?) freie Presse tut nicht viel, um den Glauben an sie zu stärken. In meinem Blog ging es bis jetzt weitestgehend um eine spirituelle Reise. Und das soll eigentlich auch so bleiben. Aber bevor ich wieder auf die Homöopathie und im nächsten Blogeintrag dann hoffentlich auf die Klangliege zu sprechen komme, möchte ich ein Beispiel anführen, das bei mir massives Unbehagen ausgelöst hat:

Die entfesselte, jeglicher Grundlage entbehrende Hysterie um Xavier Naidoo und seinen Song „Marionetten“, dessen Gesellschaftskritik von den gesamten o.g. Printmedien innerhalb der vergangenen Tage das Label der Demokratiefeindlichkeit, wenn nicht des rechten Gedankengutes, verpasst bekommen hat. Es folgte im Radio teilweise die Zensur. Als ich mir daraufhin den Text des Songs durchlas, war ich sehr verwundert. Denn wie sich jemand mit einem solchen Text „in die Nähe von Totengräbern der Demokratie“ begibt, darf von mir aus gern Christian Wulffs (der dann meinte, in das gleiche Horn blasen zu müssen) Geheimnis bleiben; ich jedenfalls lese eher den Wunsch nach echter Demokratie heraus.

Einige interessante Gedanken dazu fand ich auf den Nachdenkseiten (die allerdings vom Büro Martin Schulz´ inzwischen auch schon als „demokratiegefährdend“ eingestuft werden):

„Naidoos Text – in dem von vermeintlich „jüdisch-amerikanischen Verschwörungen“ freilich keine Rede ist – als „staatsfeindlich“ zu kritisieren, legt nahe, es sei Aufgabe von Künstlern und Prominenten, den Staat zu unterstützen – ein Denkmuster, das man eigentlich aus autoritären Regimen kennt. Dass darüber hinaus die Verwendung des Begriffes „Marionetten“ ein „gängiges antisemitisches Bild“ sei, erscheint eher konstruiert. […] Sicher gibt es Codes, die Rechte verwenden und bei denen Vorsicht geboten ist. Doch ein Allerweltsbegriff wie „Marionetten“ lässt sich kaum ernsthaft aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verbannen. Der Ansatz, Worte zu meiden, die auch der politische Gegner verwendet, steht ganz allgemein logisch auf schwachen Füßen. Eine gemeinsame Gesinnung entsteht – anders als viele meinen – nicht schon dadurch, dass man mit anderen die Diagnose eines politischen Problems teilt (etwa: „die Demokratie funktioniert derzeit überhaupt nicht so, wie sie soll“). Anhänger ganz unterschiedlicher politischer Lager können ein Problem in gleicher Weise analysieren – dadurch werden sie noch nicht zu Verbündeten, denn eine Diagnose ist kein Lösungsvorschlag. Erst wenn man auch dort, bei der gewünschten Lösung für ein Problem, übereinstimmt, gerät man in die Nähe des anderen politisches Lagers.“ (Paul Schreyer, Nachdenkseiten)

Auch auf Rubikon-News wird auf die Tradition des Begriffs der Marionetten hingewiesen, aber in einem ganz anderen Zusammenhang: dort nämlich findet man das Bild bereits bei Georg Büchner in seiner Kritik am Feudalsystem, in welchem der Minister zur „Drahtpuppe“ wird, an der die “fürstliche Puppe“ zieht.

„Das Absurde ist: Wir leben in einer Zeit, in der Medien voller Abscheu (zu Recht) auf das Totalitäre blicken, aber sie sind blind gegenüber dem totalitären Geist, der in ihrer eigenen Berichterstattung zum Ausdruck kommt.“ (Marcus Klöckner, Rubikon News)

Der Artikel stellt u.a. die Frage, wie die Medien wohl heute reagieren würden, würde jemand in einer Talkshow mit der Axt auf den Tisch einschlagen, wie dereinst Nikel Pallat von Ton Steine Scherben im WDR (wer’s nicht kennt: durchaus sehenswert hier!), der das Fernsehen ein Unterdrückungsinstrument der kapitalistischen Gesellschaft nannte und sagte (Achtung!): man müsse sich GEGEN DEN UNTERDRÜCKER STELLEN (darf man sowas eigentlich heute überhaupt noch DENKEN?)

Regelrecht erleichtert war ich, als ich gestern dann auch im Tagesspiegel einen „normalen“ Artikel fand, von Harald Martenstein nämlich, der sich u.a. als Kolumnist des Zeit Magazins einen Namen gemacht hat. Er scheint einer der wenigen zu sein, der seinen eigenen Verstand eingeschaltet (und nicht einfach woanders abgeschrieben?) hat und dem Getöse um Naidoo schlicht und ergreifend ein wenig Vernunft entgegensetzt. Das geht also offenbar auch, nämlich hier.

Meine Beklommenheit, fast schon ein dumpfes Gefühl der Bedrohung, angesichts einer Gesellschaft und einer Medienlandschaft, in der ein offener (politischer) Diskurs unmöglich ist, bleibt trotzdem. Vor allem nachdem kürzlich erst eine Kampagne gegen den ungemein kenntnisreichen und meines Erachtens über jeden Zweifel erhabenen Nahost-Experten Michael Lüders, der eine hervorragende Aufklärungsarbeit bzgl. der US-amerikanischen und europäischen Nahost-Politik geleistet hat (siehe hier seinen hochinformativen Vortrag)  Wellen geschlagen hatte: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lüders#Soziale_Medien_und_Fernsehauftritte (die Rolle der Wikipedia, die seit Monaten als Instrument von Zensur und Meinungsbildung und somit als Herrschaftsinstrument in der Kritik steht, stellt wiederum ein eigenes Diskussionsthema dar: https://www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/die-dunkle-seite-der-wikipedia).

Meine Frage lautet daher: Warum? Welches Interesse haben die Medien daran, kritische Menschen und Meinungen zu diffamieren und zu diskreditieren? Warum ist in unserer Gesellschaft keine wirkliche Diskussion möglich?

Wer es geschafft hat, bis hierher vorzudringen, fragt sich wahrscheinlich, wie ich überhaupt noch die Kurve zur Homöopathie kriegen will.

Es geht um mein Unbehagen.

Es geht um ähnliche Strategien der Verunglimpfung, die mich schon seit Jahren umtreiben und ratlos machen. Warum werden alternative Heilmethoden nicht konstruktiv kritisch beleuchtet, statt sie ihrer tatsächlichen Unwissenschaftlichkeit wegen mit Häme zu überziehen? Warum wird das, was so offenbar Nutzen bringt, niedergemacht? Warum werden die Menschen mit ihren positiven Erfahrungen nicht ernst genommen? Warum wird immer nur darüber berichtet, wenn auch mal bei einem Homöopathen was schief geht (soll bei einem Schulmediziner ja noch nicht vorgekommen sein, oder?)? Warum werden den Homöopathen horrende Preise unterstellt, wenn beispielsweise eine schulmedizinische Krebsbehandlung 100x mehr als eine homöopathische kostet?

Immer wieder liest man z.B., dass es ja kaum zu fassen sei, wieviele Menschen an die Homöopathie glaubten oder dort Heilung suchten. Die Versuche einer Antwort nehmen die Menschen nicht ernst, indem sie den Homöopathie-Befürwortern  unterstellen, sie seien „von der klassischen Medizin enttäuscht und glauben lieber an die Selbstheilungskräfte von Körper und Geist, die vom Therapeuten und von den homöopathischen Kügelchen nur irgendwie geweckt werden müssen.“  Als seien diese Leute Kinder oder leicht verblödet oder völlig verwirrt von der komplexen Gesellschaft in der wir leben (http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/04/Alternative-Medizin-Homoeopathie/seite-2 — es handelt sich hier um einen immerhin seriösen Artikel, der die Homöopathie ganz gut erklärt und – soweit ich das erkennen konnte – keinerlei Falschinformationen enthält).

Für eine neutrale, kurz und knapp gehaltene Erklärung der Homöopathie, siehe hier.

Die Erfahrung mit und in einer homöopathischen Behandlung kann natürlich nur jeder selbst machen. Und entweder man will das oder eben nicht. Es ist nicht meine Absicht, jemanden von etwas zu überzeugen. Aber der Beitrag über die Homöopathie war mir wichtig, da ich sie als „spirituelle Heilmethode“ sehe, in der ein geistiges Prinzip wirksam ist.

Meine Erfahrung ist, dass ich oft Mittel genommen (oder meinen Kindern gegeben) habe und das dann wieder vergessen habe. Bis mir in den folgenden Tagen aufgrund einer einschneidenden Änderung, meist des Verhaltens oder der Stimmung, wieder die homöopathische Mittelgabe einfiel, die diese Änderung demnach ausgelöst hatte. Da ich selbst meist gar keine unmittelbare Wirkung erwartet hatte  (es handelt sich ja auch oft um langwierige Prozesse und Heilung ist ohnehin eine längere Entwicklung)  bzw nicht wusste, wie diese sich hätte äußern können, ist der Placebo-Effekt nicht plausibel. Die Anthroposophen z.B. gehen von einer so tiefgreifenden Wirkung der Homöopathie aus, die laut anthroposophischer Philosophie auch eine Veränderung des Karmas bewirken könne, dass sie Kleinkindern bis zum Alter von zwei oder drei Jahren noch keine homöopathischen Mittel in höheren Potenzen (Potenzen, in denen die eigentliche Substanz nicht mehr nachweisbar ist) verabreichen.

Persönlich habe ich bislang lediglich mit einer einzigen Frau gesprochen, die tatsächlich Heilung von einer schweren Krankheit durch die Homöopathie erfahren hat: ihr Krebs war bereits metastasiert, sie war von der Schulmedizin aufgegeben worden und war zwei Jahre nach dem Aufenthalt in der Schweizer homöopathischen Clinica Santa Croce krebsfrei (und ist es nach wie vor). Hier ist ihr Bericht.

Wer mehr zu der wunderbaren Clinica Santa Croce, in der auch ich mich stationär habe behandeln lassen, erfahren möchte: http://www.clinica-santa-croce.ch/de/behandlung.h

Mit diesem Beitrag möchte ich alle einladen, nicht nur in der kommenden Woche, selbst zu denken, selbst zu fühlen, bei sich zu bleiben und aus der Reihe zu tanzen.

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13 Kommentare zu „Plädoyer fürs Selber Fühlen

  1. Liebe Fe,
    Deine Empörung kommt in jeder Zeile durch. Ich frage mich auch, warum konstruktive Erfahrungen ständig kritisiert und hinterfragt werden müssen. Ich erlebe das beim Christsein auch. Wie da eine konstruktive Streitkultur herrschen kann, in der ich offen bin für die persönlichen Erfahrungen von anderen – das ist nicht leicht. Ich beobachte da selbst auch meine Grenzen und halte an meiner Weltsicht fest, auch wenn sie natürlich begrenzt ist, aber vertraut und meine Erfahrung. Die ich mir nicht so gerne absprechen lasse.
    Ich persönlich halte immer weniger von „wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Mein Vertrauen in Wissenschaft hat stark abgenommen, seit ich den Laden von innen kenne. Es heißt ja auch „Wissenschaftsgläubigkeit“, da glaube ich lieber an was, was mir vertrauenswürdiger erscheint.
    Dein Schlusssatz hat mich auch angesprochen: selbst denken, selbst fühlen, bei sich bleiben und aus der Reihe tanzen! Ich bin auch dabei!
    Liebe Grüße
    C.

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  2. Liebe Christiane,
    hab vielen Dank! Dass du deine Sichtweise noch durch die Kenntnis des Wissenschaftsbetriebs von innen gefestigt siehst, ist interessant, aber wenn ich drüber nachdenke, auch wieder gar nicht so überraschend.
    Ich fühle mich von deinen Worten absolut verstanden und gespiegelt.
    Herzlich, Fe.

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  3. Liebe Fe.,
    auch wenn ich eine Skeptikerin in der Kommentarrunde bin, kann ich von positiven Erfahrungen mit der Homöopathie berichten. Meine Hausärztin hier in Rheinhessen ist Homöopathin und hat mich sowohl bei physischen als auch psychischen Leiden mit Globuli behandelt, jeweils mit Erfolg. Nur bei eitriger Angina ging es nie ohne Schulmedizin, die Details sind egal, ich will nur sagen, richtig ist, was dir hilft, das ist deine Wahrheit, und da können noch so viele betitelte Wissenschaftler gegen anschreiben.
    Vielleicht hast du schon im Prosa-Modul meine Idee für eine Geschichte gefunden, die sich an der Wissenschaft abarbeitet. Da ich ja auch einige Jahre in diesem Betrieb tätig war und dann noch ein wissenssoziologisches Thema bearbeitete, zweifle ich sehr an der Autorität von Wissenschaft. Wahr/Richtig ist jeweils nur, was zum gerade dominanten Denkstil passt, das hat spätestens Ludwik Fleck erkannt. Ich bin daran – zumindest was meinen Titel angeht – gescheitert. Für die Praxis aber weiß ich, dass ich nur meinen Erfahrungen trauen sollte, und die meisten Dres. und Professores ihren Titel nicht verdienen. Das ist Inzucht, kein Erkenntnisfortschritt. Hör auf dich selbst, Amy.

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    1. Danke, liebe Amy! Ja, idealerweise sollte man es wohl so halten und auf sich selbst hören. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das nicht immer leicht ist. Ich habe es selbst nicht geschafft, mich gegen die Übermacht von Ärzten und dem eigenem Mann durchzusetzen; als geschwächte, da kranke und im Grunde hilfsbedürftige Person konnte ich mich dem gemeinsamem Druck nicht erwehren . Und das ist ja auch das, war ich so bemängele: wie massiv man in unserer Gesellschaft gepolt und sogar angegriffen wird, wenn man nicht „mitmachen“ will. Mit den Folgen einer Behandlung, die weit übers Ziel hinaus geschossen ist, muss ich nun leben.
      lG, Fe.

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  4. Liebe Fe,
    ich kann mich Amy da nur anschließen und auch sagen, das entscheidende ist: Auf sich selber hören. Was die Homöopathie angeht, fahre ich da ein bisschen doppelgleisig, weil ich ja nun die Schwester eines schulmedizinischen Doktors bin. Der darf meinen Bluthochdruck mit konventionellen Mitteln behandeln, ebenso die Knoten in der Schilddrüse vor ein paar Jahren. Meine homöopathische Ärztin dagegen ist bei Erkältung, Migräne und Kreuzschmerzen dran. Sie wissen beide voneinander und tolerieren sich gegenseitig. Aber es ist ein bisschen ein Spagat.
    Ja und die Frage nach der medialen Aufgeregtheit, da weiß ich auch keine wirkliche Antwort drauf. Ich denke letztlich stecken in dieser global verflochtenen Welt überall wirtschaftliche Interessen dahinter. Und viele stürzen sich auf viele Themen um damit Aufmerksamkeit zu erringen, ohne dass es wirklich um Inhalte geht. Liebe Fe, mir gefällt Dein letzter Satz auch ausgesprochen gut: selbst denken, selbst fühlen, bei sich bleiben und aus der Reihe tanzen…
    Liebe Grüße
    Anne

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  5. Liebe Fe,
    mit Homoöpathie kenne ich mich nicht wirklich aus, halte es da aber ganz mit Hamlet: „Es gibt mehr Ding‘ im Himmel und auf Erden, Als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.“
    Wissen ist kein statisches Ding, sondern das was wir wissen oder zu wissen glauben, entwickelt sich und verändert sich mal hierhin und mal dahin. Und Daten sind am Ende ebenso abhängig von ihrer Interpretation wie die Wahrheit höchst selbst…
    Beim Lesen deines Posts musste ich auch an eine Empfehlung von Urs denken. Hier schreibt ein Journalist mal recht reflektiert einen Aufruf an sich und seine Kolleg*Innen bei den Medien, wieder mehr objektiven Jounalismus zu betreiben: http://www.gutjahr.biz/2017/05/filterblase/

    Beste Grüße
    mo…

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    1. Liebe Mo…,
      danke für den Artikel, der an mir vorbeigegangen war — ja, eine interessante Lektüre.
      Und an Shakespeare habe ich im Zusammenhang mit meinem Geschreibsel hier im Blog auch immer wieder denken müssen. Tatsächlich so in etwa: Was hätte Shakespeare bzw. eine seiner Figuren wohl dazu gesagt/gedacht?
      lG, Fe.

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  6. Liebe Fe,
    vielen Dank für dein flammendes Plädoyer fürs selber Fühlen, selber Denken, für Meinungsfreiheit und seriösen Journalismus.
    Ich muss gestehen, dass ich die mediale Debatte um das Lied „Marionetten“ von Xavier Naidoo nur am Rande mitbekommen habe (in einem Beitrag von RTL-Nachrichten), hier wurde ein Textausschnitt aus dem Lied gezeigt, den ich irgendwie wirr fand, aber einen verfassungsfeindlichen Inhalt konnte ich nicht darin entdecken (habe den Text vorhin vollständig nachgelesen). Aber mangels Interesse an dem Künstler habe ich mich nicht weiter mit dem Thema beschäftigt und gedacht, die Empörung werde schon seinen Grund haben.
    Danke für deinen aufrüttelnden Beitrag, der mir wieder vor Augen hält, dass man (ich) sich niemals ungeprüft auf journalistische/mediale Informationen verlassen kann, insbesondere, da offenbar viele Journalisten nicht mehr selbst recherchieren, sondern nur voneinander abschreiben.

    Meinungspluralismus ist eines der wichtigsten Güter einer Demokratie. Eine solche mediale Hexenjagt (an der sich dann auch noch Politiker beteiligen) gleicht einer Zensur (die von einigen Radiostationen ja auch in die Tat umgesetzt wurde).
    Ich halte es, wie du, natürlich für richtig, sich kritisch mit Texten auseinander zu setzen. Meinungsfreiheit und Freiheit der Kunst stoßen an ihre Grenzen, wenn andere Grundrechte oder die Verfassung dadurch verletzt werden, dann ist eine Güterabwägung vorzunehmen. Aber ein uninformiertes Pauschalurteil von Medienberichten greift da zu kurz.
    Sehr treffend finde ich das Zitat: „Anhänger ganz unterschiedlicher politischer Lager können ein Problem in gleicher Weise analysieren – dadurch werden sie noch nicht zu Verbündeten, denn eine Diagnose ist kein Lösungsvorschlag.“

    Was die Homöopathie angeht, so trifft die tendenziöse und schlecht recherchierte Berichterstattung hierauf auch zu. Ich selbst habe zwar kürzlich eine sehr enttäuschende Erfahrung mit einem Naturheiler (der mir auch homöopathische Mittel verschrieben hat) gemacht, bin aber trotzdem nach wie vor aufgeschlossen dafür. Bin sehr gespannt auf deine weiteren Beiträge dazu.

    Deine Einladung, selbst zu denken, selbst zu fühlen, bei sich zu bleiben und aus der Reihe zu tanzen nehme ich auch sehr gerne an!

    Herzliche Grüße
    Ulrike

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  7. Liebe Ulrike,
    das kommt mir sehr bekannt vor, denn so habe ich früher oft selbst reagiert: habe irgendwo was in den Nachrichten oder im Radio gehört, mich nicht weiter drum gekümmert, aber die Person, um die es ging, wurde doch in einer Ecke meines Bewusstseins als Persona non grata abgelegt. Und manchmal fürchte ich, dass genau das der erwünschte Effekt ist. Dass es nicht nur Schlamperei oder Zeitmangel ist, sondern dass es darum geht, unbequeme Meinungen auszuschalten.
    Leider habe auch ich nicht nur gutes über die Homöopathie zu berichten. Ebenso wie ich schon geradezu Wunder durch eine homöopathische Gabe erlebt habe, habe ich oft Enttäuschungen erlebt. Meiner Erfahrung nach ist die Homöopathie so komplex (ich habe selbst einige Bücher zu ihrer Theorie gelesen und auch Heilpraktikerkurse zur Homöopathie besucht), dass viele, die sie verwenden, ihrer Komplexität hilflos ausgeliefert sind. Auch gibt es soviele Mittel, dass es nicht einfach ist, das richtige zu finden. Hat man das, gilt es noch die passende Potenz zu finden und danach mit der passenden Gabe weiterzumachen. Einen guten Homöopathen zu finden, grenzt an die schwierige Aufgabe, die Nadel im Heuhaufen (oder einen guten Psychotherapeuten) zu finden. Daher ist das Konzept der Klinik (Clinica Santa Croce) ein so wertvolles. Durch den Blick des Ärzteteams und durch die Supervision wird der Blick nicht nur geschult, sondern auch die eigene Sichtweise hinterfragt, wenn man sich auf ein bestimmtes Mittel eingeschossen hat (was schnell passieren kann).
    Ich verstehe auch durchaus die Skepsis und Zurückhaltung vieler (und auch der Krankenkassen, die teilweise für etwas zahlen (sollen), was sie nicht nachweisen/(be)greifen können). Und was oft eben auch tatsächlich, wie in deinem Fall jetzt, nicht zum Erfolg führt.
    Was ich nicht verstehe, sind undifferenzierte Rundumschläge.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall sehr, dass du noch den passenden Therapeuten für dich findest!
    Deine Fe.

    Gefällt mir

  8. Liebe Fe,
    herzlichen Dank für diesen Beitrag, der mir aus der Seele sprichht. Ich bin ja selber ausgebildete klassische Homöopathin und sehe auch tagtäglich, wie homöopathische Mittel den Patienten helfen.

    Die Homöopathie ist eine Methode, deren Wirkweise mit unseren derzeitigen Messmöglichkeiten nicht erfasst werden kann, denn Homöopathie wird individuell verschieden verordnet. Homöopathie braucht die feine Wahrnehmung des Behandlers*in und die ebenso feine Beobachtung des Pat. Und Homöopathie braucht Sprache ! Dringend, genau das ist nämlich unser Instrument.

    Ich gestehe, ich bin genauso allergisch gegen apodiktische Homöopathen wie gegen apodiktische Schulmediziner. Es ist die Ausschließlichkeit, die ich ablehne.. Lauschen, selbst denken, selbst fühlen, bei sich bleiben, aus der Reihe tanzen – das ist die Devise. Und mein Hauptargument bei den Gegnern der Homöopathie ? Was ist mit den Tieren? Dort hilft und heilt sie immer häufiger – haben Tiere einen Placebo – Effekt?

    Übrigens : 50 % Plazebo-Effekt , das gilt auch für die Schulmedizin, by the way….

    alles Liebe

    Hedda

    Gefällt 1 Person

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