die Kraft in dir

Im Schamanismus geht man davon aus, dass jeder Mensch ein oder mehrere Krafttier/e hat. Auch in anderen Kulten glaubt man an solche unsichtbaren Begleiter, die einen Menschen beschützen und hüten. Dies können Geistführer sein (z.B. machtvolle, frühere Inkarnationen des eigenen Selbst) oder Schutzengel.

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Philemon: Sangoma (traditioneller Medizinmann in Swaziland), Januar 2008

Die Begegnung mit dem eigenen Krafttier, mit einem Geistführer oder Schutzengel kann sehr aufrüttelnd und erhebend sein. Vor allem aber weiß man in zukünftigen schwierigen Situationen, wen man um Hilfe bitten kann, um eine Herausforderung zu meistern.

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Philemons Wohnstatt

Ich möchte dir heute einen Weg zeigen, in Kontakt mit einem dieser Begleiter zu treten. Ich bin einem meiner Krafttiere, einem Bären, zweimal begegnet – beim ersten Mal habe ich gar nicht begriffen, dass es sich um mein Krafttier handelte und bin erst darauf aufmerksam gemacht worden, nachdem ich von meinen inneren Bildern berichtet hatte. Ein anderes Mal habe ich einen Hirsch getroffen. Als ich mich hingegen einige Male zuvor im Rahmen einer meditativen Reise auf die Suche nach einem meiner Begleiter gemacht hatte, war keine Kontaktaufnahme möglich: Leider klappt es also nicht immer so, wie man es sich vorstellt. Dafür dann aber vielleicht zu einer anderen Zeit, ohne dass man es darauf anlegt. Es geht ja hier auch vor allem erst einmal darum, die Offenheit dafür zu wecken und dich für die Idee empfänglich zu machen.

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Philemons Wohnstatt

Eine sehr gute Erläuterung zur Bedeutung des Krafttieres im Allgemeinen findest du hier sowie hier die Bedeutung der einzelnen Tiere.

Es gibt sehr genaue Anleitungen für Krafttierreisen. Mir liegen sie nicht so sehr, da ich mich auch auf meinen meditativen Reisen lieber frei (und nicht nach Anleitung) bewege. Solltest du eine geführte Reise suchen, findest du viele im Internet, z.B. hier.

philemons heim

Solltest du aber einmal ganz unvoreingenommen sehen wollen, wohin dich die Reise führt und ob du dabei dein Krafttier triffst, folge mir:

Vor der Reise sorgst du zunächst – wie immer – für eine Zeit der Ruhe. Nimm dir Zeit, mindestens eine halbe Stunde und bereite dir einen Platz auf dem Boden vor, auf dem du so lange bequem liegen kannst.

Verwurzele dich zunächst mit der Erde: leg dich auf deinen Platz am Boden, spüre die Berührungspunkte der Füße und Hände mit dem Boden und stell dir vor, wie sich von diesen Berührungspunkten aus Wurzeln bilden, die in den Boden wachsen und dich dort verankern. Atme ruhig (die Einatmer liegen auf dem Rücken und atmen aktiv ein, die Ausatmer auf dem Bauch und atmen aktiv aus, s. dazu den vorherigen Blogeintrag), nimm dir Zeit in die Erde zu wachsen, deren Kraft zu spüren, deine Wurzeln wachsen zu lassen und die Nährstoffe der Erde durch diese Wurzeln in dich aufzunehmen.

Schließe die Augen.

Bitte darum heute deinem Krafttier zu begegnen.

Stell dir nun einen Ort vor, an dem du dich befindest. Ist es eine grüne Wiese? Eine Lichtung im Wald? Ein Sandstrand am Meer, der Gipfel eines Berges? Sieh dich dort um. Was siehst du noch? Ist ein Brunnen in der Nähe? Ein Haus? Eine Höhle? Mach dich vertraut, sieh dir alles genau an und entscheide dann, in welche Richtung du gehen möchtest. Folge deiner Intuition. Geh weiter, bleib stehen, wenn dir danach ist, sei aufmerksam, sieh dich um, und wenn du schließlich ein Tier triffst, lass dich mitnehmen von ihm auf den weiteren Weg.

Hast du dein Tier getroffen und einen gemeinsamen Weg mit ihm zurückgelegt, dann verabschiede dich nach einer Weile von ihm und kehre zurück zu deinem Platz am Boden. Spüre und bewege Hände und Füße, dann Arme und Beine und den gesamten Körper. Lass die Augen geschlossen, solange dir danach ist.

Nimm die Energie des Krafttieres mit in deinen Alltag. Erinnere dich an sie, immer wieder.

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18 Kommentare zu „die Kraft in dir

  1. Liebe Fe.,
    selbst in Kliniken der Thüringer Provinz begegnen dir Krafttiere. Meines ist der Tiger, die ungestüme Wut, die aber doch bald erkennt, was zu tun ist. Deshalb liebe ich meine Katze.
    LG Amy

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    1. Liebe Amy,
      „Kliniken der Thüringer Provinz?“ — möchtest du das Mysterium für mich noch lüften und mir erklären, was das bedeutet?
      Und was sagt deine Katze denn dazu, dass du soviel unterwegs bist? Ich kenne ja Leute, die sich wegen ihrer Katze(n) überlegen, wann sie das Haus verlassen — oder ist deine da unkomplizierter?
      Herzliche Grüße
      Fe.

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      1. Liebe Fe.,
        wollte nur sagen, dass wir in der Klinik auch Phantasiereisen gemacht haben, z.B. zu unserem Krafttier. Da ist mir der Tiger begegnet.
        Und meine Rosalie hat es wirklich nicht gerne, wenn ich sie verlasse. Deshalb ist es auch so schwierig für mich, einen neuen Wohnort zu finden. Denn sie mag nicht nur Wohnungskatze sein, und sie mag es nicht allein. Deshalb ist es für sie hier auf dem Hof ideal, irgendwer ist immer da. Bloß ich, ich würde gerne weiterziehen, aber nicht ohne meine Katze.
        Komm gut durch die Nacht, lG, Amy.

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  2. … Tierbotschaften, ein so genanntes Helfertier-Orakel-Kartenset zu bestimmten Fragestellungen, de ich beschäftigen und mag die innere Arbeit damit sehr. Schaue mal, ob ich mich zu einer solchen Reise führen lassen kann …
    Und ein bißchen muss ich schmunzeln, dass die Nacht in meiner Geschichte ja ein ganz besonderes Krafttier auf ihrer Schulter sitzen hat: Konfetti, die Fledermaus! 🙂
    Wieder einmal ein sehr spannendes Thema, mit dem ich weiterbechäftigen kann,
    Herzliche Grüße,
    Sabine

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  3. Liebe Fe,
    beim Thema Krafttiere muss ich an die Buch-Triologie von Philip Pullmann (https://de.wikipedia.org/wiki/His_Dark_Materials) denken, bei der die Menschen von sprechenden Tierwesen, sog. Dämonen, begleitet werden, mit denen sie über ein unsichtbares Band verknüpft sind (eine äußere Manifestation ihrer Essenz oder Seele?). Bei Kindern können diese Tierwesen noch ihre Gestalt verändern, doch sobald sie erwachsen sind, nehmen die Dämonen eine feste Gestalt an. Mir hat diese Idee immer gefallen, weil diese Menschen niemals einsam sind, sie habe ihr Leben lang einen Freund/ eine Freundin. Mir gefällt der Gedanke, dass wir einen solchen Freund auch in uns finden können.
    Lg. mo…

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    1. Liebe Mo…, danke für den Hinweis auf die Trilogie. Hast du sie gelesen? Im Wikipedia Eintrag (der interessant klingt) steht, sie sei als „Gegensatz“ zu den „Chroniken von Narnia konzipiert“? Kannst du dem zustimmen/diese Behauptung einordnen?
      Danke und liebe Grüße, Fe.

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      1. Liebe Fe, ja ich habe die Triologie mehrfach gelesen und mochte sie sehr. Ich habe keine Ahnung, ob sie als Konterpart zu den Chroniken von Narnia geschrieben wurde, ich finde sie aber, obwohl auch hier Kinder die Hauptrollen spielen, irgendwie erwachsener, kritischer, nicht ganz so verklärt…
        Lg. Mo…

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  4. Liebe Fe., hast du Philemon kennen gelernt?
    Der Glaube an Krafttiere als unsichtbare Begleiter des Menschen gefällt mir. Ich habe deine Übung noch nicht gemacht. Wenn ich mir ein Tier aussuchen dürfte, wäre es die Katze. Ich fühle mich Katzen sehr nahe und sie suchen auch ganz oft meine Nähe. Aber ich glaube, so funktioniert das nicht mit den Krafttieren, dass ich sie mir aktiv aussuchen könnte…
    Liebe Grüße, Sabine

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    1. Liebe Sabine, ja, ich war damals bei Philemon, und das war schon ein besonderes Erlebnis; allerdings ist meine Erinnerung gar nicht so verklärt, wie es die Fotos vielleicht vermuten lassen. Da ist natürlich primär Armut, er hatte eine große Familie, mehrere Frauen, auf dem Rückweg erzählte mir meine Schwägerin, die in Swasiland wohnt und mich zu ihm gebracht hatte, von dem übergroßen Prozentsatz an HIV Infektionen, auch bei Kindern, eben bedingt durch die Polygamie und zusätzliche Untreue der Männer. Und ob Philemon ein wirklicher Heiler war, könnte ich nicht mit Sicherheit beantworten.
      Danke für diese interessante Frage!
      Herzlich, Fe.

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      1. ach so, vergessen: ja, die Krafttiere sucht man sich zwar nicht aus (ich war sehr überrascht von meinen eigenen), aber ich glaube, dass, wenn die Verbindung da ist, es mit Sicherheit etwas zu bedeuten hat — und vielleicht brauchst du die Übung schon deshalb nicht mehr zu machen, weil du (eines) dein(er) Krafttier(e) schon gefunden hast, ohne dass du danach überhaupt suchen musstest.
        Manches fällt einem eben einfach in den Schoß 🙂
        LG, Fe.

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  5. Liebe Fe,

    ich dachte immer, Krafttiere begegnen mir nicht nur in der Imagination, sondern auch im echten Leben. Gestern zum Beispiel stand ich fast eine Minute lang Aug in Aug mit einem Eichhörnchen auf einem Waldweg. Noch nie ist mir ein Eichhörnchen so lange so nah gekommen, das werte ich dann als Zeichen und sehe die Bedeutung des entsprechenden Krafttieres nach und siehe da – es passt immer !

    Spannend, wie wir uns durch deinen Blog noch einmal auf einer ganz anderen Ebene begegnen. Danke dafür !

    alles Liebe

    Hedda

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  6. Liebe Fe,

    endlich schreibe auch ich Dir einmal aktiv auf Deinen wunderbaren Blog, dessen erster Besuch mich bereits fasziniert hatte. Wie Feodora Blaubart zu ihrem Namen kam, hatte mir sehr gefallen, und das Bild, in sich hinabzusteigen vor dem Einschlafen, nahm ich mit…

    Mit Deinem aktuellen Beitrag weckst Du bei mir einerseits Erinnerungen an (wenige) eigene Begegnungen mit heilenden Menschen aus anderen Kulturen, aber vor allem an Geschichten von ihnen. Mein Bloggerinnen-Nachname Entenei stammt nämlich auch von einer Heilerin, aus einer traditionellen Geschichte der Cree. Wir hatten im Einführungsseminar zu meiner Dramatherapie-Ausbildung mit dieser Geschichte gearbeitet, und Entenei gefiel mir so gut, dass ich damals nicht nur ihre Rolle übernahm, sondern mir nun auch noch ihren Namen borgte… Und gerade jetzt wird mir auch wieder klar, dass es in dieser Geschichte ganz wesentlich um ein Krafttier ging, nämlich eine heilende Füchsin, nach der die Geschichte sogar benannt ist …!!! Ich habe die Geschichte online z.B. hier gefunden: https://simonsterg.wordpress.com/2009/12/17/the-curing-fox/ Vielleicht kennst Du sie schon?

    Erst jetzt, dank Deiner Anregung, wird mir dieser Zusammenhang wieder bewusst, und erklärt sich vielleicht zugleich auch, weshalb mich die Geschichte so faszinierte… Von dieser Übereinstimmung bin ich sehr berührt und animiert, mich auf die Suche nach meinem/n persönlichen Krafttier(en) zu machen…

    Vielen lieben Dank für dieses Geschenk

    Ella

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Ella, vielen Dank für den Link zu der Geschichte, die mir unbekannt war. Ich bin fasziniert davon, wie viel es in uns und zwischen uns (auch als Bezüge untereinander) zu entdecken gibt, eben jetzt auch wieder dank deiner Anregung, und wie befruchtend und intensiv ich den Austausch hier empfinde.
      Sei lieb gegrüßt
      Deine Fe.

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