Und wie frei bist du? — Chronisches Fatigue Syndrom, Astrologie und die Grenzen der Freiheit

Von Hubert Robert – Musée Carnavalet, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55307064 (Bearbeitung und Gedicht: Heike van Hoegaerden)

Mein Nachdenken in den letzten Tagen über den Begriff der Freiheit brachte das obige Gedicht hervor, da dort etwas schwer zu entziffern, hier noch einmal deutlich und gut zu lesen:

Freiheit

ich

 

vergesse zu atmen,

zu schlucken,

versuche

den Kloß, den Frosch, die Angst

wegzuschlucken,

was nie gelingt.

 

so zu sein wie die andern,

nicht aufzufallen,

nicht anzuecken,

nicht aufzudrängen,

nicht zu verstören.

 

bloß nicht stören.

 

versuche

unsichtbar zu sein,

nicht zu sein,

eins zu sein

mit dem Nichts,

das sich auftut vor mir.

so klein ist meine Freiheit.

 

und keiner

setzt mir die Grenzen mehr,

wie früher,

als ich falsch war,

haben sie versucht

die Falschheit

rauszuprügeln aus mir

und die Grenzen gezogen

meiner Welt.

 

so eng

so demütig geduckt verhöhnt

und ängstlich

ist meine Welt

geblieben:

 

so klein ist meine Freiheit.

 

Offenbar in resignierter Stimmung, habe ich in diesen Zeilen eingefangen, wie sehr unsere Freiheit auch immer die innere Freiheit ist. Etwas zu wagen. Herauszufordern. Zu stören und zu verstören. Und dabei ist mir aufgefallen, wie sehr ich selbst gefangen bin in Grenzen, die ich verinnerlicht habe aus meiner Erziehung, aber die ich ebensogut, da ich sie ja inzwischen als Ketten erkannt habe, sprengen könnte. Wenn ich es nur wagen würde.

Natürlich hat die Freiheit viele Dimensionen. Und ich rede hier noch nicht mal von der politischen, gesellschaftlichen Freiheit. Sondern von meiner rein privaten Freiheit. Und selbst diese ist abhängig von vielen Faktoren: von finanziellen Mitteln, vom Zugang zu Informationen, von der Gemütsverfassung, der seelischen und geistigen Gesundheit (denn wie frei bin ich, gefangen in  Depression oder Neurose?) , aber auch von meiner körperlichen Verfassung. Denn seit Jahren zeigt mir mein Körper meine Grenzen auf. Und manchmal fühlt er sich an wie ein Käfig, in dem ich ich gefangen bin.

Heute wieder ist die Erschöpfung so groß, dass ich mich nur hinlegen will. Dass meine Sehnsucht nach Schlaf und Ruhe größer ist als alles andere. Dabei habe ich noch vorgestern gedacht, dass endlich alles gut werden würde. Zumindest körperlich:

Vorgestern nämlich habe ich am Morgen, nach dem Aufstehen, zwei Teelöffel L-Glutamin in Wasser verrührt getrunken, dann war ich zwei Stunden mit dem Hund unterwegs, davon bin ich eine halbe Stunde gejoggt, und als ich nach Hause gekommen bin, habe ich erneut meine L-Glutamin-Wasser-Mischung getrunken. Damit nicht genug: Am Mittag war ich am Brandenburger Tor, bei der Enthüllung des Kunstwerks „Anything to say“ von Davide Dormino, der damit Chelsea Manning, Julian Assange und Edward Snowden ein Denkmal gesetzt hat (hier auf dem Alexanderplatz, wo das Kunstwerk bis 2017 stand):

Davide_Dormino_-_Anything_to_say

By Davide Dormino – http://davidedormino.com/2015/05/27/anything-to-say-a-monument-to-courage/#jp-carousel-532, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=43564853

Das Kunst Event war eingebettet in eine Solidaritätsveranstaltung für Julian Assange, organisiert von der Partei der Linken, bei welcher auch der Vater von Julian Assange, John Shipton, der US Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, der WikiLeaks Chefredakteur Kristinn Hrafnsson aus Island sowie Sahra Wagenknecht gesprochen haben. Wieder zu Hause habe ich für meine Kinder gekocht, habe meinen Großen zum Kung Fu gebracht, bin danach nochmal mit dem Hund raus und bin dann zu der wöchentlichen Mahnwache für Julian Assange gefahren, die mittwochs zwischen 19:00 und 21:00 vor der US-amerikanischen Botschaft stattfindet.

Aber warum finde ich all diese Aktivitäten überhaupt erwähnenswert? Natürlich sind die Veranstaltungen, mittels derer versucht wird, Druck in der Öffentlichkeit auf die politisch Verantwortlichen bezüglich Assange aufzubauen, enorm wichtig und daher per se der Rede wert, aber mir ging es ja darum, dass ich in der Lage war, diesen Tag so zu gestalten und das genannte Pensum zu bewältigen.

Weil ich nämlich seit über einem Jahr kaum den zweistündigen Spaziergang mit meinem Hund bewältigen konnte. Weil ich seit über einem Jahr keinen Sport mehr getrieben habe. Weil, wenn ich es doch einmal versucht habe, indem ich mich an einem guten Tag dazu gezwungen habe, zwanzig Minuten Yoga zu machen, dies für mich bedeutete, dass ich am folgenden Tag von einer derartigen Müdigkeit und Erschöpfung überwältigt wurde, dass ich kaum aufstehen, geschweige denn alltägliche Tätigkeiten, ausführen konnte. Weil dieser Zustand der Erschöpfung nach nicht mal einer halben Stunde Yoga, eine Erschöpfung, die jeden Schritt und jeden Handgriff zu einer kaum zu bewältigenden Anstrengung werden ließ, etwa eine Woche anhielt. Nach einer Woche Erholungszeit lief mein Körper dann wieder, wie gewohnt, auf Sparflamme. Ich hatte während über eines Jahres nie mehr Energie zur Verfügung als etwa 50 Prozent meiner normalen Leistungsfähigkeit. Aber oft, vor allem nach Anstrengungen wie eben Yoga oder Fahrradfahren, Einkaufen und Tüten Tragen, waren es dann eben für eine ganze Woche nur noch ca. 20 Prozent. Seit August habe ich etwa zehn Infekte hinter mir, immer einhergehend mit Halsschmerzen, Symptomen eines grippalen Infekts wie Gliederschmerzen und eben dieser alles andere ausschaltenden Müdigkeit: Ich bin eingeschlafen, wenn ich mich hingelegt habe. Ich bin eingeschlafen, wenn ich meinen Kindern vorgelesen habe, nach einer halben Seite, einfach so, mitten im Satz. Ich bin eingeschlafen, wenn ich mich an meinen Computer gesetzt habe, um einen Text zu schreiben; nach wenigen Zeilen sind mir die Augen zugefallen. Hinzu kamen andere Symptome: Muskelzittern, Herzrasen, Schulterschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Nackenschmerzen, Wortfindungsstörungen, nächtliche Schlaflosigkeit.

Meine Ärztinnen waren ratlos. Immer hieß es: „Das ist Ihre Depression.“ Als ich vor Monaten mal wieder bei meiner Hausärztin in Tränen ausgebrochen bin, weil ein normales Leben schon lange aufgrund der Erschöpfung nicht mehr möglich war, weil ich nicht wusste, wie das weitergehen sollte, da ich nicht mal in der Lage war, den Haushalt zu erledigen und meinen Kindern Abendessen zu kochen, tippte meine Hausärztin auf Schlafapnoe.
Und so ist es leider bei den meisten Ärzten: Sie tappen im Dunkeln, lassen aberwitzige Tests (wie in diesem Fall zum Ausschluss der Schlafapnoe) vornehmen, und gehen zum Schluss davon aus, dass man spinnt oder einfach depressiv ist oder beides.

Von einem Chronischen Fatigue Syndrom haben sie noch nie gehört.

Zum Glück habe ich eine wache Gynäkologin (die weiß, dass eine Chemotherapie, wie ich sie hinter mir habe, ein CFS auslösen kann) und eine sehr gute Psychiaterin, die dann, unabhängig von einander beide ebendieses, das Chronische Fatigue Syndrom, kurz CFS, bei mir diagnostizierten. In Berlin gibt es an der Charité inzwischen eine Sprechstunde für CFS, doch auf den Termin dort warte ich noch immer; er ist erst Anfang März: so groß ist die Nachfrage, so hoch die offenbare Dunkelziffer der am CFS Leidenden, so gering das Wissen der meisten Ärzt*innen, dass das Angebot an der Charité dem großen Ansturm nicht gewachsen ist.

Die Symptome des CFS habe ich oben beschrieben. Und obwohl Fatigue auf Französisch eben nichts weiter als Erschöpfung heißt, ist ein CFS nicht gleichzusetzen mit Fatigue. Ausschlaggebend sind hier die Chronifizierung und das Syndrom, das all die anderen Begleiterscheinungen umfasst. Bei mir waren die harmlos. Bei vielen sind es permanent geschwollene Lymphknoten. Manche können ihre Arme gar nicht mehr heben. Irgendwo habe ich von einer Frau gelesen, die es nicht mal mehr schafft, einen Joghurtbecher zu öffnen.

Gynäkologin und Psychiaterin eröffneten mir, dass es keine Behandlung gebe, aber jede Menge Informationen im Internet, allen voran die Website für Betroffene, fatigatio.
Beide rieten mir, Ergänzungsmittel zu nehmen, Antioxidantien, und mir idealerweise Infusionen geben zu lassen (die ich mir jedoch nicht leisten kann).

Ich begann also mit den Ergänzungsmitteln, auch das ein teures Vergnügen: Astaxanthin, CBD Öl (was wohl bei anderen Wunder wirkt), Curcuma, OPC, molekularer Wasserstoff, jede Menge Vitamine und Mineralien, D-Ribose, N Acetylcystein, Gluthation, L-Glutamin. Mal ging es besser, in einer Woche machte ich an drei Tagen hintereinander Yoga. Dann ging es wieder schlechter. Halsschmerzen, Erschöpfung, nicht Aufstehen können, Schulter-, Nackenschmerzen, Einschlafen im Liegen, Sitzen, Stehen. Eine Zeitlang glaubte ich, es sei die D-Ribose, die mir helfe, und es dauerte wiederum einige Wochen, bis ich feststellte, dass es nicht sie, sondern das L-Glutamin war, das ich zeitgleich mit der Ribose einnahm und das ein bisschen früher als die Ribose leer war. Bis es nachbestellt war, ging ich wieder am Stock.

Als mir endlich klar war, dass es das L-Glutamin ist, das mir hilft, erhöhte ich die Dosis. Nicht mehr zweimal täglich, sondern dreimal; inzwischen nehme ich es noch öfters: morgens nach dem Aufstehen, dann vor und nach einer Anstrengung (eine Anstrengung ist für mich auch das Einkaufen und der Spaziergang mit dem Hund), mittags und abends, mindestens je zwei Teelöffel.

Und deshalb war ich vorgestern joggen.
Und deshalb kann ich jetzt darüber schreiben.
Aber weil das Pensum dieses einen Tages mich eben doch komplett überfordert hat, habe ich gestern Abend wieder gespürt, wie die Erschöpfung meinen ganzen Körper gefangen nahm. Und doch liege ich jetzt nicht im Bett, verzweifelnd darüber, wie ich diesen Tag überstehen soll, wie meinen Kindern, die am frühen Nachmittag aus der Schule heimkommen werden, gerecht werden, verzweifelnd darüber, wie mein Leben weiter gehen soll, verzweifelnd darüber, dass ich gar kein Leben mehr habe, sondern nur noch ein Überleben, ein meinen-Körper-durch-die-Gegend-Schleppen, verzweifelnd darüber, dass mir keiner helfen kann, dass mich keiner ernst nimmt, weil ich normal aussehe, gesund, als wäre nichts.

Ich spüre, dass es bergauf geht.

Aber der wirklich spannende Teil kommt erst jetzt:

Mein CFS ist deutlich im Horoskop zu sehen.

Horoskop 29.11.-1 Kopie

Mars im Radixhoroskop auf 16:34 Jungfrau. Neptuntransit auf 16:00 Fische in Opposition zu Mars.

Und das wirft für mich mal wieder ganz grundlegend die Frage nach meiner persönlichen Freiheit auf.

Neptun:

Neptune_-_Voyager_2_(29347980845)_flatten_cropVon Justin Cowart – https://www.flickr.com/photos/132160802@N06/29347980845/, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82476611

Das Faszinierende ist nämlich, dass seit Jahren der in Opposition über meinen Mars transitierende Neptun spürbar ist. Da Neptun ein langsam laufender Planet ist, der zudem in den letzten Jahren öfters rückläufig war, zeigt mein Horoskop seit Winter 2016 diesen Transit. Mars ist die Energie, die Durchsetzung, der Wille, das Feuer; zudem kommt er bei mir aus dem fünften Haus, aus dem Haus der Sonne, des Lebens also, der Schöpferkraft. Neptun hingegen ist die Auflösung, das Unbewusste, auch der Rückzug, die Isolation. Er ist das Wasser. Und keine Frage: Wasser löscht Feuer. Und so verdeutlicht mein Horoskop mit den Transiten, wie meine Lebensenergie geschwächt ist.

Mars:

Mars_interior https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=355327

Soweit so gut. Ein Berater würde nun vorschlagen, dies konstruktiv zu nutzen, indem man sich eine Auszeit nimmt, ans Meer fährt beispielsweise und dort meditiert. Nun war das aber für mich nicht realistisch. Es gibt ja noch andere Faktoren, die mein Leben bestimmt haben. So musste und muss ich mich als Alleinerziehende um meine Kinder kümmern. Wir mussten aus unserer Wohnung ausziehen; monatelang habe ich in der Angst gelebt, keine neue Wohnung zu finden, sondern mit meinen Kindern obdachlos zu werden und in ein Heim ziehen zu müssen. Mein Leben war bestimmt von der Wohnungssuche, und als ich dann eine gefunden hatte, musste ich einen Umzug für eine Kleinfamilie organisieren, ohne finanzielle Mittel: ein wahnsinniger Kraftakt. Zusätzlich ging ich durch eine belastende Scheidung, durch nagende finanzielle Unsicherheit und wurde in unregelmäßigen Abständen, völlig unberechenbar, mit bösartigen Beschuldigungs-emails meines Noch-Mannes bombardiert. Wie hätte ich mir eine Auszeit nehmen sollen angesichts der Tatsache, dass ich die Verantwortung für zwei Kinder habe und es drängende Notwendigkeiten gab, um die ich mich zu kümmern hatte?

Zwar ist der letzte Transit des Neptun über meinen Mars noch nicht abgeschlossen, doch ich spüre, dass ich zu mehr in der Lage bin als letzte Woche und vorletzte Woche. Und tatsächlich ist Neptun genau mit dem gestrigen Tag wieder direktläufig und wird im Januar 2020 ein letztes Mal meinen Mars transitieren. Dass ich auf die Wirkung des L-Glutamin erst kürzlich gestoßen bin, knapp bevor Neptun wieder direktläufig wurde, so dass ich gestern zum ersten Mal seit Jahren gespürt habe, wie es sich anfühlen könnte, das Leistungsvermögen eines gesunden Menschen meines Alters zu haben, zeigt mir auch, dass es mir vorher, egal was ich getan hätte, nicht besser hätte gehen können. Ich hätte Tausende von Euro in Infusionen investieren können, die Zeit war nicht reif, so dass es nicht die passenden Infusionen gewesen wären.

Wie frei also bin ich wirklich? Wie groß ist mein Spielraum? Spielraum für Entscheidungen; Spielraum, meine körperlichen Kräfte und meine Gesundheit zu lenken und nicht zuletzt der Spielraum, mein Glück in diesem Leben zu finden?

Schicksal oder Freiheit? Vorbestimmung oder Selbstbestimmung?

Was meinst du?

Wie frei bist du?

Gnadenlos

In AstrologInnenkreisen bereitet man sich auf ein wichtiges Datum vor, dessen Vorläufer schon seit Monaten spürbar sind und dessen Energie sich nun zunehmend verdichtet, bis sie am 20.Januar 2020 ihren Höhepunkt finden wird in der exakten Saturn-Pluto Konjunktion.

Eine solche findet etwa alle 38 Jahre statt, doch nicht nur die Konjunktion zwischen Saturn und Pluto, sondern auch Quadrat sowie Opposition sind spannungsgeladene Konstellationen, die von weit größerer Bedeutung sind als Konstellationen zwischen den schnell laufenden Planeten wie Venus, Merkur und Mars und den Lichtern Sonne und Mond. Die langsamen, überpersönlichen Planeten zeigen Themen von übergeordneter Bedeutung. Saturn und Pluto aber sind nicht nur langsam laufende Planeten, sondern sie sind die beiden „gnadenlosesten“ Planeten in der Astrologie. Saturn repräsentiert das väterliche Prinzip (Kronos, der seine Kinder verschlang); er steht für Verdichtung und Konzentration, für Mineralisierung und Verhärtung, für Begrenzung und Hemmung, aber auch für das Wesentliche, für den Kern der Dinge. Er ist also auch die übergeordnete Verantwortung, die Autorität, auch die staatliche Gewalt. Im Geburtshoroskop zeigt Saturn uns unsere Lebensaufgabe, somit unser Schicksal. Pluto, als Gott der Unterwelt, steht nicht nur für den Tod, sondern auch für Tiefe, Macht, die Unterwelt, für Struktur, konzentrierte Dunkelheit, Religiösität, Ausschließlichkeit, Hass, Besessenheit, Bindung und Zwang. Pluto ist das Modell, die Vorstellung, der Plan, der in eine Form zwingt. In einem Geburtshoroskop zeigt Pluto uns das größte Problem, das, wenn es gelingt, dieses zu lösen, inneren Reichtum hervorbringt. So gesehen ist Pluto das Schlimmste und zugleich das Beste, das alles andere verdrängt.

In der Regel, wenn Planeten solche Konstellationen eingehen, fragt man sich: Welcher Planet ist stärker? Treffen also Jupiter und Saturn zusammen, so wird die Freiheit und der Expansionswille des Jupiter von Saturn in seine Grenzen verwiesen. Bei Mars/Saturn wird die Energie des Mars ausgebremst: eine typische Unfallkonstellation. Bei Mars (Feuer)/Neptun (Wasser) wird im übertragenen Sinne das Feuer gelöscht; man kann seinen Willen nicht durchsetzen, da er dem kollektiven Unterbewusstsein gehorcht.

Anders bei Pluto und Saturn: in ihrer Härte und Unnachgiebigkeit gehen Sie ein Absolutheitsbündnis ein, eine “Um-jeden-Preis”- und “Ohne-Rücksicht-auf-Verluste”- Union.

Treffen diese beiden nun in einer spannungsgeladenen Konstellation aufeinander (Konjunktion, Quadrat oder Opposition), dann werden Vorstellungen mit Besessenheit (Pluto) und ohne Kompromissbereitschaft im Sinne der Autoriät (Saturn) vertreten und durchgesetzt, da die ideologische Vorstellung (Pluto) zum Gesetz (Saturn) wird. Die Macht (Pluto) über das Schicksal (Saturn) gleicht bei einer solchen Konstellation das Weltenschicksal ab.

Der Ausbruch des ersten und zweiten Weltkrieges stand im Zeichen von Saturn-Pluto-Konstellationen, denn beide Planeten fordern die Veränderung in jenen Bereichen, in denen die Leichen im Keller erwachen und ihr Recht darauf fordern, angesehen zu werden.

Es ist auch die “ideale” Konstellation für Kamikaze und Terroranschläge, da im Sinne einer Ideologie gehandelt und eine neue Ordnung durchzusetzen versucht wird.

Wir befinden uns also in einer Zeit des Abschieds und des Neubeginns — und wer hätte je behauptet, dass solche Zeiten der Transformation ohne Leid und Preis zu durchstehen sind?

Besonders für Menschen, deren Horoskop in diesem Zeitraum ebenfalls spannungsgeladene Aspekte zu Saturn-Pluto bildet, wird diese Konstellation stark spürbar sein. Es sind dies u.a. (aber nicht nur) die in den kardinalen Zeichen Widder, Krebs, Waage und Steinbock Geborenen zwischen:

08.04.-16.04.
11.07.-19.07.
12.10.-20.10.
09.01.-17.01.

Ich selbst bin am 18.10 geboren. Ich weiß nicht, ob es damit zu tun hat, dass das Quadrat, das Pluto und Saturn nun zu meiner Sonne bilden, mir so schwere Stunden bereitet. Aber tatsächlich ist für mich das Jahr 2019 schon jetzt das Jahr des Abschieds.

Es ist mein innerer Abschied von etwas, woran ich fast mein ganzes Leben lang geglaubt habe: unsere westliche Demokratie mit ihren Werten.

Es tut so weh.

Endlich und endgültig zu begreifen, dass ich nicht auf der Seite der Guten, der Freiheit, des Friedens und der Toleranz stehe — ohne etwas dafür zu können oder je etwas dafür getan zu haben, qua Geburt sozusagen, die mir nicht nur die Schuld an der deutschen Vergangenheit mit auf meinen Lebensweg gegeben hat, sondern auch das scheinbare Glück und das Glücksversprechen des freien Westens.

Aber auf einmal sehe ich mich um und sehe — zumindestest in der Politik und in der öffentlichen Meinung(smache) — wenig Gutes. Wenig Toleranz. Wenig Frieden. Und das Schlimmste: Kaum Willen zum einen oder zum anderen.

Ich sehe mich um und finde mich wieder in einer längst dem Neoliberalismus anheim gefallenen Gesellschaft, in der Meinungen nur innerhalb eines gewissen Spektrums toleriert werden, in einer Meinungsdiktatur, in der Menschen, die zur offenen Diskussion aufrufen, wie Daniele Ganser, oder Eigenbrötler, die unabhängig denken und fühlen und daher politische Entscheidungen offen anzweifeln, wie (hier im Gespräch mit André Müller) Peter Handke, von den Medien ins gesellschaftliche Aus katapultiert werden. Ich verstehe nicht, wieso man nicht miteinander redet, wieso man derart intelligente Menschen mit ihren Anliegen, Gedanken und Zweifeln wie, um nur zwei zu nennen, Ganser (z.B. zu 9/11 und WTC7) und Handke (dessen Haltung zum Jugoslawienkrieg man kritisieren und dennoch differenziert betrachten kann) attackiert, diffamiert und verhöhnt, ersteren als Verschwörungstheoretiker, zweiten als Völkermordleugner, statt in einen offenen Diskurs zu treten. Wieso erfolgt der irreversible gesellschaftliche Ausschluss?

Ich finde mich wieder in einer Welt, in der jener Mann, der u.a. Kriegsverbrechen der USA öffentlich gemacht hat, vor den Augen der westlichen „Wertegemeinschaft“ in England gefoltert wird, womöglich zu Tode. Und es geht kein Aufschrei durch die Massen. Dank des UN-Sonderberichterstatters für Folter Nils Melzer, der bereits im Sommer dieses Jahres geäußert hatte, dass er „in 20 Jahren Arbeit mit Opfern von Krieg, Gewalt und politischer Verfolgung es noch nie erlebt“ habe, „dass sich eine Gruppe demokratischer Staaten zusammenschließt, um eine einzelne Person so lange und unter so geringer Berücksichtigung der Menschenwürde und der Rechtsstaatlichkeit bewusst zu isolieren, zu verteufeln und zu missbrauchen“ wie Julian Assange und der daher also schon vor Monaten die sofortige Beendigung seiner Inhaftierung forderte, hatten doch nun alle Gelegenheit ihre Meinung über Assange zu prüfen, womöglich zu revidieren und einem Experten, der sich mit den Hintergründen befasst hat, ihr Ohr zu leihen. Aber sie haben es nicht getan und sie tun es nicht. Warum nicht? Ich fürchte, dass die Antwort lautet: Weil sie nicht wollen. Weil es so bequem ist, der durch die Medien gebildeten öffentlichen Meinung zu folgen. Weil es so angenehm ist, nichts zu hinterfragen. Weil man es doch sowieso weiß. Irgendwie. Und dann geht man zur Tagesordnung über.

Hier gibt es die Möglichkeit sich nochmal alle Urteile und Vorurteile über Assange und alle gängigen Gerüchte anzusehen (von den gängigsten Behauptungen, er sei kein Journalist, er sei ein Vergewaltiger und Trump Unterstützer bis zu weniger populären wie der, dass er über den ermordeten Datenverantwortlichen der Demokratischen Partei Seth Rich gelogen habe — um zu den 29 Punkten zu gelangen, bitte im Artikel nach unten scrollen).

Für mich stehen die kompromisslosen Vorstellungen, mit der an Assange ein Exempel statuiert werden soll, für Pluto; und sie finden im Prinzip des Saturn als staatliche Macht die gnadenlose Durchsetzung dieser Vorstellungen. Oder, anders interpretiert: Recht und Gesetz (Saturn) werden der Ideologie (Pluto) untergeordnet.

Trotz meiner Traurigkeit und Verzweiflung hält der berühmte Funke meine Hoffnung am Leben. Und vielleicht überträgt er sich auf andere:

— Es gibt Mahnwachen für Assange in vielen Städten, in Berlin immer mittwochs zwischen 18:00 und 22:00 vor der US-Botschaft.
— Der wunderbare Nils Melzer hat sich offenbar das Schicksal Assanges persönlich zur Aufgabe gemacht.
— Der öffentliche Druck nimmt zu; entgegen meiner o.g. negativen Erfahrungen wächst der Kreis der UnterstützerInnen.
— in Berlin findet am 27.11. eine Solidaritätsveranstaltung am Brandenburger Tor und eine Anhörung im Bundestag statt.
hier gibt es die Möglichkeit die Petition gegen die Auslieferung Assanges an die USA zu unterschreiben sowie, für diejenigen, die Zeit haben und gut Englisch können, die Fakten zum Fall Assange sowie detaillierte Aussagen im Europäischen Parlament

Hol dir dein Selbst zurück!

Dein Selbst — was ist das eigentlich? Ist es identisch mit dem Ich, und falls es das ist (wovon ich im Folgenden der Einfachheit halber ausgehe), beantwortet auch das noch nicht die Frage. Eine umfassende Antwort darauf will ich hier gar nicht geben, möchte mich auch nicht mit einer Auswahl der psychologischen, religiösen und philosophischen Texte befassen, die zu diesem faszinierenden Thema bereits en masse verfasst wurden, denn es geht mir um etwas anderes: um die Abspaltung des Selbst von einer Maskierung, die viele Menschen heute für ihr Selbst halten. Wenn ich auf die Straße trete und mich umsehe, ahne ich schon, dass die meisten Menschen gar keine Verbindung haben zu ihrem Selbst. Dass ihr primäres Ziel eher darin liegt, diesem nicht zu begegnen. Diese Flucht vor sich selbst geht einher mit der Unmöglichkeit, eine Beziehung herzustellen zwischen dem Kind, dass sie einmal waren und dem erwachsenen Menschen, der sich aus diesem Kind entwickelt hat. Natürlich sind nicht alle Menschen auf der Flucht, jedenfalls nicht direkt oder nicht nur oder nicht immer. Viele sind wahrscheinlich sowohl auf der Flucht als auch auf der Suche (zu diesen zähle ich mich selbst): Sie durchlaufen Therapien, betreiben Yoga oder Meditation, sind religiös oder spirituell, sind auf die eine oder andere Weise kreativ, und treten auf diese Weise immer wieder in Verbindung mit sich. Aber es ist eine Art Kampf: gegen Zeitnot, Stress, (gesellschaftliche) Anforderungen und Erwartungen, gegen Schmerzen, Erschöpfung, Ängste, Arbeit und Familie. Und nicht zuletzt gegen die allgegenwärtigen Ablenkungen (oder sollte ich sagen: Selbstentfremdungs- und Verblödungsangebote?), die vor allem die (digitalen) Medien bieten.

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Sieht so dein Seelenhaus aus?

Diese Gedanken —  weder komplex noch tiefsinnig, eigentlich eher eine Banalität in einer Gesellschaft, in welcher Smartphones nicht nur so unzählige soziale Anlässe dominieren, sondern für viele der erste Gegenstand sind, nach dem sie morgens greifen und der letzte, den sie am Abend aus der Hand legen — kamen mir mal wieder, nachdem ich diese Woche vor meinem Seelenhaus gestanden, es betreten und mich in einigen seiner Zimmer umgesehen hatte. Ich bin dabei Zeugin geworden von Episoden, an die ich mich zuvor nicht mehr erinnert habe, Geschehnisse aus der Kindheit, die seit den tatsächlichen Ereignissen vor Jahrzehnten in meinem Seelenhaus verschüttet waren. All das hat sich vor meinem inneren Auge abgespielt: Es war eine Reise in die Vergangenheit. Ziel war eine Seelenrückholung mit Hilfe einer spirituellen Lehrerin. Ob die Rückholung des abgespaltenen Seelenanteils geglückt ist, bezweifle ich. Denn ich war nach der Sitzung enttäuscht, ich hatte mehr erwartet, hatte mir mehr erhofft, nämlich nicht weniger als die Konfrontation mit dem, was ich für mein essentielles Trauma halte, für ein Erlebnis, in dem sich letzten Endes all meine Blockaden begründen, vor allem aber die Tatsache, dass ich Zeit meines Lebens unter meinem Potential geblieben bin. Ein Erlebnis, das ich so gut verdrängt habe, dass es mir einfach nicht gelingen will, mich daran zu erinnern. Und im Rahmen der erwähnten Seelenrückholung bin ich diesem Erlebnis wieder nicht auf die Spur gekommen, bin aber statt dessen über einen anderen, ebenfalls abgespaltenen, Teil gestolpert. Was mich dabei wieder fasziniert hat, ist die Begegnung mit mir selbst als Mädchen von sieben Jahren. Tatsächlich ist mir diese Begegnung noch nicht oft gelungen, obwohl es doch so einfach scheint. Schließlich sind das Mädchen, das ich einmal war und die Frau, die ich geworden bin, ein- und dieselbe Person. Ich bin dieses Mädchen (gewesen); es ist doch in mir. Wieso also ist es so schwer ihm zu begegnen? Bis jetzt habe ich immer Hilfe dazu gebraucht: die Hilfe durch eine spirituelle Lehrerin, einen Heiler oder einen Hypnotiseur. Mein Ziel aber ist es, diese Begegnung ohne Hilfe erleben zu können. Sie solange immer erneut zu erleben,  bis ich  wieder eins bin mit dem Kind, das ich einmal war.

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Oder vielleicht so?

Wieso? Weil die Frau, die ich heute bin voller Sorge und Ängste ist. Weil sie sich so vieles nicht zutraut. Weil oft Vorsicht und (Selbst)Zweifel vor der Neugierde, der Entdeckerlust und der Unbefangenheit sind und somit Leben verhindern. Als ich aber mit der Siebenjährigen von früher vor meinem Seelenhaus stand, hatte sie ihre schlimmsten Traumata noch gar nicht erlitten. Sie war all das, was ich heute nicht mehr bin: neugierig, ungeduldig, heiter — und sie fühlte sich so unglaublich leicht. Und diese Anteile möchte ich wieder integrieren.

Dich möchte ich einladen deine Seele als Haus kennenzulernen, dieses Haus zunächst von außen zu betrachten, um es dann zu betreten und dich in seinem Inneren umzusehen. Vielleicht wirst du Erinnerungen oder Menschen begegnen, die du vergessen hast, oder die du nicht erwartet hast. Vielleicht aber wird dich schon allein das Äußere deines Seelenhauses überraschen. Ich zum Beispiel war nicht nur erstaunt darüber, wie klar ich das Haus sehen und dass ich sein Alter einschätzen konnte,  sondern auch darüber, wie klein es war.

Für die Übung (bei der ich, zumindest zu Anfang, den Anweisungen Tania Marias folge, die mich bei der Seelenrückholung angeleitet hat) legst du dich am besten wieder ganz entspannt hin; du kannst sie aber ebenso gut im Sitzen absolvieren. Schließ die Augen und stell dir vor, dass du barfuß auf einem sandigen Weg stehst. Du spürst den Sand unter deinen bloßen Füßen und siehst dich um. Zu deiner Rechten siehst du eine große Wiese voller Blumen: Gänseblümchen, Mohnblumen, Margeriten; vielleicht siehst du noch weitere Blumen. Zu deiner Linken führt der sandige Weg durch die Wiese zu einem großen Rosengarten, auf den du nun zugehst. Du öffnest ein Gartentor und befindest dich inmitten der Rosen. Du siehst ihre Dornen und stellst fest, dass sie alle unterschiedliche Farben haben; du kannst ihren Duft riechen und atmest ihn tief ein.  Wenn du dich an den Rosen satt gesehen und gerochen hast, folgst du weiter dem Weg und erblickst an seinem Ende ein Haus, auf das du zugehst. Wie sieht es aus? Ist es aus Holz oder Stein, groß oder klein, welche Farbe(n) hat es, wie sieht die Tür aus? Wie alt ist das Haus; kannst du sagen, wann es gebaut wurde? Nun stell dir vor, du stehst dort als Kind. Schau an dir hinunter: Wie siehst du aus? Wie sehen deine Füße aus? Wie alt bist du jetzt? Wie fühlst du dich? Und welche Gefühle hast du, wenn du die Haustür anschaust? Bleib noch stehen; öffne die Tür noch nicht.

Stell dir nun vor, dass du in deinem jetzigen Alter neben dem Mädchen oder Jungen von damals stehst. Nimm das Kind bei der Hand. Kannst du die Verbindung spüren? Nun öffne die Tür zu deinem Haus. Wie sieht es dort aus, ist es kalt oder warm, wie fühlt sich der Boden an unter deinen Füßen, wie sieht die Wand aus, ist sie tapeziert oder gestrichen, gibt es Bilder oder Schmuck? Schau, ob es Türen gibt, und wenn du so weit bist, öffne eine der Türen und geh mit dem Kind an deiner Seite in das Zimmer dahinter. Blick dich wieder um. Sind dort Menschen, wenn ja, wer ist es, was tun die Menschen, bist du (als Kind) Teil der Szenerie? Falls nicht, lass jetzt die Hand des Kindes los, so dass es sich zu den anderen gesellen kann. Schlüpf in den Körper des Kindes und erlebe als dieses, was passiert, wie sich die anderen verhalten und wie es dir damit geht.

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So wohl eher nicht, oder doch?

Wenn du genug gesehen hast, kannst du zu deinem erwachsenen Ich zurückkehren, das Zimmer verlassen, so dass ihr wieder, Hand in Hand, in dem (Vor)Raum steht, den ihr zuerst betreten habt. Vielleicht möchtet ihr auch das Haus verlassen; vielleicht aber möchtet ihr eine weitere Tür öffnen und euch ansehen, was sich dahinter befindet. Wenn ihr bereit seid zu gehen, verlasst das Haus, schließt die Tür hinter euch, geht auf dem sandigen Weg durch den Rosengarten zurück zum Gartentor, öffnet das Tor und folgt dem Weg, bis ihr wieder inmitten der Wiese, an der Stelle steht, an der ihr vorhin losgegangen seid. Verabschiede dich von dem Kind. Öffne langsam deine Augen.

Es kann sein, dass im Laufe dieser Reise unerwartete Gefühle , Angst- oder Panikreaktionen, aus dir herausbrechen. Das war bei mir bei den Seelenrückführungen  der Fall, und das ist auch der Grund, aus dem diese unter Anleitung ausgeführt werden sollten. Bei einer Seelenrückholung aber passiert natürlich mehr als ich jetzt hier geschildert habe. Schließlich geht es bei ihr darum, verschütteten Traumata auf die Spur zu kommen, die verdrängt worden sind, damit ein Weiterleben danach überhaupt möglich war. Trotzdem möchte ich dich auf die möglicherweise negativen Gefühle vorbereiten, obwohl ich dir eigentlich eher ein Mittel an die Hand geben will, dir selbst zu begegnen. Sollten aber die negativen Gefühle zu stark sein, brich die Reise nicht ab, indem du die Augen öffnest, sondern rufe dein Krafttier (s. den früheren Eintrag hier oder ruf einen Engel, z.B. deinen Schutzengel) und lass dich von ihm mit dem Kind an deiner Hand sicher aus der bedrängenden Situation zurück vors Haus und in den Rosengarten führen. Dann verlässt du mit ihm, wie oben beschrieben, auch den Garten, kehrst den Weg zurück, verabschiedest dich von dir als Kind und öffnest erst dann die Augen.

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Und erst recht nicht so, oder 😉

Ich wünsche dir augenöffnende Begegnungen mit dir selbst.

 

 

Entfaltung

Wäre es nicht schön, die inneren Räume, zu denen du (vielleicht) mit Hilfe der Übungen vorgedrungen bist, auch in deinem Alltag zu beleben? Sie einzurichten, zu pflegen und zu bewohnen? Wäre es nicht schön, wenn die Seele immer einen Platz in deinem Leben einnehmen könnte — nicht so dominant wie während der Zeit der Rituale, des Atmens und Tönen und während der Phantasiereisen, sondern als eine im Hintergrund wirkende Kraft, die du gut kennst und auf die du dich verlassen kannst? Wäre es nicht schön, wenn du in Konflikt- und Stresssituationen, ganz einfach Kontakt zu diesem Schatz in dir aufnehmen und so viel stärker und gelassener durch dein Leben gehen könntest?

Dies ist der vorerst letzte Beitrag dieses Blogs, der mich nicht ganz dorthin geführt hat, wo ich hinzugehen geglaubt hatte. Das hängt damit zusammen, dass ich während der vergangenen drei Monate (nicht nur aufgrund des Blogs) in intensiven Austausch mit meiner Seele getreten bin, so dass ich mich im Alltag und auch in den Beiträgen hier zunehmend auf sie fokussiert habe. Das im ersten Absatz Beschriebene gelingt mir nicht immer, aber ich weiß, dass der Schlüssel zu meiner inneren Zufriedenheit, der Schlüssel zu Kraft, zur Abwesenheit von Schmerzen und zu mehr Gesundheit darin liegt, dass ich meiner Seele mehr Raum gebe. Dass ich ihr erlaube, sich auszubreiten. Dass ich meiner Seele die Freiheit gebe, lauter zu werden und sich auszudrücken. Ich sehe sie vor mir wie eine Blüte, die sich entfalten darf, zu voller Größe, wunderschön, von intensiver Farbe und duftend.

In den letzten Wochen haben mich innere Bilder begleitet, teilweise stark bewegt, auch beunruhigt. Gestern habe ich einige dieser inneren Bilder gezeichnet.  Auch der kreative Ausdruck ist ein Weg der Seele Raum zu geben.

Ich möchte dich ermutigen, auf deine Seele zu hören, immer wieder den Austausch mit ihr zu suchen, deinen inneren Bildern Raum zu geben, der Dunkelheit und den „Höllenhunden“ in dir ebenso wie dem Licht und den Engeln:

höllenhunde              wüste wolfengel

Wenn du deine Seele feiern willst, ist die nahende Mittsommernacht, also der 21. Juni, die Sommersonnenwende, eine gute Gelegenheit. Sie ist eine magische Zeit für Wünsche. Geh an den nächsten Fluss (oder ans Meer, an einen See oder Bach) und singe für dich. Wirf eine Blume (der Tradition nach eine Rose) mit einem Kuss hinein, die deinen Wunsch ans Ziel bringt. Es ist eine Botschaft an die kosmische Mutter, dass sie dir (ihrer Tochter oder ihrem Sohn) auf den Wassern etwas schicken möge.

Zwiegespräch mit deiner Seele

 

Meine Seele, hörst du mich?

Ich habe gewartet darauf, dass du mich ansprichst, ich wusste, dass du es tun würdest. Irgendwann

Wie siehst du aus, meine Seele?

Ich verändere meine Gestalt. Ich bin nicht eins. Ich fließe, ich regne, manchmal stehe ich still, aber oft bin ich in Bewegung, ich bin wie Tropfen und wie ein Wasserfall, und manchmal sehe ich aus wie Glas, aber hart bin ich nicht, sondern weich und durchlässig, ich ändere meine Farbe und Farben. Ich bin blaue Tropfen, weil ich Blau mag, aber manchmal bin ich auch lila und pink und rosa, ich habe Vorlieben wie du, die Farben, die du liebst, liebe auch ich.

Und was fühlst du?

Ich bin traurig, so unendlich traurig, aber Ängste habe ich nicht, weil ich nicht ausgeliefert bin, weil ich frei bin, weil ich wähle, weil das meine Bestimmung ist, und weil ich meiner Bestimmung gern folge, weil ich weiß, dass ich eingebunden bin, traurig bin ich, weil du weinst. Und trotzdem will ich mich verkörpern, trotz dieser Traurigkeit und der Ängste, immer wieder aufs Neue, ich habe solche Lust dazu, die Welt zu erfahren. Oh ja, es ist anstrengend. Und traurig. Und angstbesetzt, wenn ich mich inkarniere. Als Seele kenne ich keine Angst.“

 

Vielleicht hast du Lust, dich auch einmal mit deiner eigenen Seele zu unterhalten. Ich habe nur den Anfang meines Zwiegesprächs hier veröffentlicht. Tatsächlich habe ich mich überhaupt nicht darauf vorbereitet; ich hatte seit Wochen vor, meine Seele endlich einmal anzusprechen, um dieses Seelentagebuch zu beginnen, und so begann das Gespräch völlig spontan und von mir ungeplant. Allerdingst hat auch hier wohl eine Art von Vorbereitung stattgefunden, nur eben etwas anders, unbewusst und stetig, über Wochen.

Du kannst dir, solltest du das Zwiegespräch mit deiner Seele suchen wollen, als Vorbereitung gern zunächst einen (imaginären) Kraftplatz suchen.

Dazu nimm dir, wie immer, ausreichend Zeit — mindestens eine halbe Stunde sollte es diesmal sein. Leg oder setz dich bequem hin, schließ die Augen und spüre deine Verbindung mit dem Boden, wo dein Körper aufliegt/den Boden berührt. Lass dich dort tief in den Boden hineinsinken.

Nun stell dir vor, wie du aus dem Zimmer gehst, wie du Wohnung/Haus verlässt, indem du durch die Tür gehst. Du kommst zu einer Treppe mit zehn Stufen. Geh jetzt jede Stufe bewusst hinab. Unten angelangt stehst du vor einem Tor. Es öffnet sich für dich und du gehst hindurch. Indem du durch dieses Tor gehst, wirst du für die Zeit dieser Reise, all deine Gedanken und Probleme hinter dir lassen und dir deinen Ort der Kraft so gestalten, wie du ihn brauchst und dir wünschst. Wie sieht dein persönlicher Kraftort aus? Ist es eine blühende Blumenwiese mit verschlungenen Pfaden? Oder ein alter, großer Baum auf einer Lichtung im Wald? Oder ein Sandstrand, an den das Meer die schönsten Muscheln gespült hat? Liegt dein Kraftort auf einer Hochebene oder im Tal oder vielleicht in einer Höhle? Gestalte ihn ganz so, wie er für dich am besten ist. Setz dich hin, ruh dich dort aus, fülle deine Zellen mit der Kraft und der Energie deines Ortes.

Wenn du dich ausgeruht hast, versuche Kontakt mit deiner Seele aufzunehmen. Sprich sie einfach an. Sprich laut oder leise oder nur in Gedanken: „Wo bist du, meine Seele? Wie siehst du aus? Wie geht es dir?“ Nimm Verbindung zu diesem eigentlichen Teil deiner Selbst auf.

Erlebe einfach, was passiert.

Nach diesem Austausch, stell dir vor, wie du dich langsam an deinem neu gefundenen Kraftplatz erhebst und zurück durch das Tor gehst, durch das du gekommen bist. Geh die zehn Stufen wieder hinauf, so dass du ankommst in deinem jetzigen Leben.

Versuch dir diesen Kontakt mit deiner Seele im Alltag zu erhalten. Erinnere dich daran, wie leicht du mit ihr in Kontakt treten konntest.

An deinen Kraftort kannst du jederzeit, auch für nur kurze Minuten, zurückkehren, um dich aufzuladen.

Seelenfluch(t)

Blogparade #bks11: Digitale Einsamkeit

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Mein Blog ist Teil meiner Prüfungsleistung des Moduls Digitales Schreiben an der ASH in Berlin. Auch meine KommilitonInnen haben nun bis zu 12 Wochen lang wöchentlich einen Blogeitrag veröffentlicht. Bei mir stehen noch zwei Beiträge aus. Den Abschluss unseres Blog-Projekts bildet eine gemeinsame Blogparade zum Thema „Digitale Einsamkeit“. Die Links zu den anderen Blogs und Beiträgen sind auf der Seite Digital Schreiben zu finden. Bedingung war es, die oben stehenden Begriffe zu verwenden. Hier mein Beitrag:

Seit Wochen will ich dich ansprechen, aber sobald ich spüre, dass du bereit bist und ich ..?, weiche ich aus, setze mich vor den schwarzen Bildschirm, ein Spiegel meiner eigenen Leere, selbst dann noch, wenn ich den Computer einschalte und die Schwärze dem Licht weicht, bleibt er mein Spiegel, mit all seinen Bildern und Buchstaben, die nichts bedeuten, da schaue ich rein.

Um dich nicht sehen zu müssen.

Um nicht daran erinnert zu werden, dass ich das Gespräch mit dir suchen will (oder soll? Wer will das von mir?), gehe ich verloren im Buchstabensog, und meine Schreibfreiheit ist nur Illusion, ist Zwang in Wahrheit, um dir zu entkommen, meinem Follower auf ewig? Den ich nicht will, so wie ich all das gar nicht will, will nicht noch einmal leben und noch einmal, weil es viel einfacher wäre, wenn das alles wäre und nach dem Tod alles vorbei, kein Sinn und kein neues Leben und danach noch eins and so on and on and on, weil es einfacher wäre, wenn das Leben nur ein Schatten wäre und kein Date von vielen, a poor player that struts and frets his hour upon the stage and then is heard no more, a tale told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing, und ganz am Ende weder Erleuchtung noch Paradies. Und vor allem keine Wiedergeburt. Ich bin so müde. Aber wenn ich jetzt den Escape Button drücke, der mein Leben beendet, weil ich denke: Dann ist der Shitstorm vorbei und einfach nur Ruhe.

Und dann stehst du auf und sagst: Update, nächste Runde?

Ritual für die Selbstliebe

Die letzten Wochen waren anstrengend: nicht nur hier im Blog Thematisiertes wog schwer und drückte auf mein Gemüt. Generell habe ich das Gefühl einen Wald zu durchwandern, der ziemlich dunkel ist, und nie weiß ich, was hinter dem nächsten Baum lauert.

Dabei hatte ich mir so vieles vorgenommen: endlich wieder zu malen, ein Seelentagebuch zu schreiben, die Nähmaschine hervorzuholen. Getan habe ich davon nichts. Kommt dir das bekannt vor? Wie all die guten Vorsätze im Alltag aufgerieben werden, und am Abend endet man vor irgendeinem Bildschirm.

Der ideale Zeitpunkt also für ein Ritual, bei dem es um nichts geht als um dich. Um die Liebe zu dir selbst. Der Mond ist zunehmend bis zum 9.6.17 – es spricht also alles dafür.

Zieh dich an deinen Ort zurück. Der Ort, an dem du ganz für dich sein kannst.

Habe ich den magischen Altar erwähnt?

Solltest du dich auch weiterhin auf diese Weise um dich selbst kümmern wollen, wäre es gut, dir einen Altar einzurichten. Er muss gar nicht groß sein, kann auch einfach ein Nachttisch sein oder eine geschmückte Kiste.

Du kannst dir zuvor folgendes zusammenmischen/zurechtlegen:

  • Selbstliebesölmischung: du nimmst als Grundlagenöl geruchsneutrales Öl wie Jojobaöl oder Mandelöl und setzt ein paar Tropfen reines ätherisches Zitronen-, Orangen-, Kiefern- und Rosenöl zu. Damit massierst du deinen Körper ein. Du kannst das ganze auch als Auraspray herstellen. Dazu brauchst du eine kleine (50 oder 100 ml) Sprühflasche und mischst das ätherische Öl einfach in Wasser.
  • eine oder mehrere rosafarbene Kerzen
  • Räuchermischung: 1TL Mistel, 1TL Eisenkraut, 1TL Weihrauch, 1TL Basilikum, 1 TL Orangenblüten, alles im Mörser zerreiben, dann 1TL Rosen hinzugeben und ebenfalls kleinreiben
  • schmücke den Altar mit Rosenblättern oder mit Rosen, mit Perlen oder trag deine Perlenkette
  • du kannst dir auch einen Puder mischen: als Grundlage neutralen Puder, den du mit etwas Zimt, Vanille und Glitzer verschmischst

Damit das Ritual kraftvoller wirken kann, solltest du zuvor eine Reinigungszeremonie vollziehen:

Stelle auf deinen Altar eine Schale mit Salz, eine Schale mit Wasser, ein Räuchergefäß und eine Feder. Diese Dinge stehen für die vier Elemente (Salz = Erde, Wasser , Feder  = Luft, Räucherwerk = Feuer).

Nimm die Schale mit Wasser, gehe mit ihr im Uhrzeigersinn und sprich dabei: Ich ehre diesen Ort und das Wasser und ziehe einen Schutzkreis um mich herum.

Nimm die Schale mit Salz, gehe mit ihr im Uhrzeigersinn, verteile dabei ein wenig Salz und sprich: Ich ehre diesen Ort und das Element Erde und ziehe einen Schutzkreis um mich herum.

Streue nun etwas Salz ins Wasser, nimm die Feder und sprenge einige Tropfen Salzwasser auf den Altar. Ziehe so mit der Feder einen Kreis um dich herum: Ich ziehe einen Schutzkreis aus Wasser, Erde, Luft um mich, gereinigt sei dieser Ort.

Dann fülle das Räucherwerk in dein Räuchergefäß und sprich: Mit Feuer ziehe ich einen Kreis und reinige diesen Ort.

Nun kann dein Ritual beginnen.

Zünde das Räucherwerk und die Kerze(n) an.

Schließ die Augen und stell dir folgendes vor (oder natürlich etwas völlig anderes):

Jemand sieht dich in einer ganz alltäglichen Situation voller Liebe und Bewunderung an und sagt dir, was alle an dir wirklich mögen. Nun stell dir weiter vor, es kommen noch ein paar andere hinzu, die auch davon überzeugt sind, dass du ein wahrhaft großartiger Mensch bist. Lass es einfach zu, lass es geschehen, auch wenn es dich verlegen macht. Sieh, wie immer mehr Menschen herbeieilen und dich bewundern. Aus ihren Augen spricht tiefe Liebe und Hochachtung. Stell dir vor, du bist bei einer Parade oder auf einer Bühne und Menschenmassen, die dich alle lieben und verehren, jubeln dir zu und klatschen. Höre den Applaus in deinen Ohren klingen. Steh auf, verbeuge dich und danke ihnen für ihre Unterstützung und Zuneigung.

(aus: Shakti Gawain: Kreativ visualisieren)

Übrigens sage ich mir in den letzten Wochen immer und immer wieder: Ich nehme niemandem etwas weg, wenn es mir gut geht. Im Gegenteil: je besser es mir geht, desto besser geht es den Menschen um mich herum und desto mehr Positives kann ich in die Welt tragen.

Hier noch eine gute Seite über Rituale: http://www.zauberschatulle.de/esoterik/rituale/rituale_detail.html

War da noch was? Vielleicht sogar ein Leben?

Verbindung aufnehmen. Zum Göttlichen.

Das impliziert: Dass alles einen Sinn hat. Dass dieses Leben nur ein winziger Schritt ist. Dass davor etwas war und danach etwas kommt.

Und immer wieder die Zweifel:

Wie kannst du glauben? Wie kannst du es wagen?

Bei all dem Leid und Unglück, bei der Ungerechtigkeit und Gewalt im Kleinen und im Großen, trotz der Folter und Kriege und trotz der unglücklichen, leidenden, hungernden, missbrauchten und sterbenden Kinder?

Glaube ich nur, um mein eigenes Leben ertragen zu können?

Wenn da nicht die Bilder wären.

Erinnerungen, die nichts zu tun haben mit dem Menschen, dessen Leben ich jetzt führe. Weil sie viel weiter zurückreichen.  In längst vergangene Zeiten und frühere Leben:

Die Burg und der Blick nach draußen, übers Land, das Warten auf die, die nicht wiederkamen, und später das Feuer, die Krähen und ihr Geschrei, aber auch der Adler und seine Schwingen, das Feuer und mit ihm das Wissen, dass keine Flucht mehr möglich war.

Oder:

Die Küche und die Stille, der Weg zum Hotel, und das Warten, als du nicht mehr zu den Treffen erschienst, die Lefzen der Hunde (was machen die so nah an meinem Gesicht?) und ihr Bellen, jede Nacht, bis die Männer kamen und mich holten.

Welche Bilder kommen dir in der Stille?

Das Leid, durch das die Menschen gehen, durch das du gehst oder gegangen bist.

Ist das der Läuterungsprozess der Seelen?

Wenn da nicht die Abgründe und die Gewissheit wären.

In die ich viel tiefer falle als in alles, wovon meine Erinnerungen, mein Wissen und mein Glaube auch nur ahnen.

Wenn da nicht das Licht wäre.

Das viel heller leuchtet. Mich umstrahlt und wärmt und verbindet. Manchmal reicht es schon die Augen zu schließen.

Und das Licht ist da. Und mit ihm die Verbindung.

An das Göttliche zu glauben, impliziert, keine Antworten zu haben auf die letzten Fragen. Den Sinn nicht erschließen zu können, weil es um etwas geht, das sich mit Erklärungen nicht verstehen und nicht in Worte fassen lässt. Das aushalten können.

Ganz leicht lassen sich diese Erfahrungen auf der Klangliege machen. Für die Zeit hier ist alles gut. Und danach fällt alles leichter. Weil die Verbindung da ist. Weil ich weiß: Es ist nur mein Körper, nur dieser Körper, es ist nur dieses Leben. Meine Seele kann heil werden:

https://www.youtube.com/watch?v=2mrxbdRByLs

Die Töne übertragen sich auf den Körper; man spürt das Vibrieren, während sich Glück, Ruhe und faszinierende innere Bilder, die einen auf unvorstellbare Reisen mitnehmen, einstellen. Für mich fühlt es sich an wie ein bisschen Nachhilfe, wenn es mir nicht gelingen will, innerlich weiterzukommen und den Kontakt zum Göttlichen herzustellen.

http://www.ratgeber-wellness.com/Anwendungen/Klangliege.htm

Auch möchte ich weiter das Atmen und Tönen empfehlen. Bei jedem Ton erspürst du einen Teil deines Körpers als Raum, du atmest dorthin aus und schickst den Ton dorthin. Versuch die Farbe des Raumes zu sehen. Das mache ich täglich etwa zehn Minuten. Das Licht hat sich enorm geändert. Beim ersten Mal war der Bereich meiner Brust und meiner Beine schwarz, wie verbrannt, verkohlt. Im Kopf hingegen war helles, weißes Licht, ebenfalls in den Fingern. Das Becken war leuchtend grün. Die große Überraschung war, wie das Licht im Laufe der Tage immer andere Farben angenommen hat. Wie es mir auch gelungen ist, mittels positiver Suggestionen helles Licht in meinen Brustbereich zu schicken; dieser Raum hat daraufhin von selbst seine Farbe geändert, scheinbar ohne mein Zutun.

Vielleicht hast du Lust bekommen auf mehr, auf eine Reise. Darauf dir selbst in einem deiner früheren Leben zu begegnen.

Dafür sorgst du wie üblich für Ruhe.

Als Einatmer liegst du auf dem Rücken, als Ausatmer auf dem Bauch, den Kopf nach rechts.

Als Einatmer atmest du aktiv ein, machst eine Pause und lässt das Ausatmen einfach geschehen, als Ausatmer atmest du aktiv aus, machst eine Pause und lässt das Einatmen einfach geschehen.

Versuche die Energie in deinem Körper beim Ein- bzw. Ausatmen zu spüren.

Schließ die Augen.

Versuche nun Verbindung zu einem deiner Krafttiere aufzunehmen.

Lass dir Zeit.

Bitte dein Krafttier, dir bei der anstehenden Reise beizustehen, dich zu unterstützen und zu beschützen.

Stell dir nun vor, dass du vor einem Fahrstuhl stehst und drücke den Knopf, um den Fahrstuhl zu holen.

Die Tür des Aufzugs öffnet sich.

Du wirst nun 10 Stockwerke in die Tiefe hinabfahren. Dafür hält der Aufzug in jedem Stockwerk. Versuche dir die Zahl der jeweiligen Etage leuchtend rot im Aufzug vorzustellen.

Bist du bei der O angekommen, sieh die Aufzugstür vor dir sich öffnen.

Du trittst aus dem Aufzug ins Unbekannte.

Sieh dich um. Was ist dort? Eine Straße, sind dort Häuser, Autos? Siehst du einen Platz? Eine Landschaft, wenn ja, was für eine? Eine Wiese, einen Wald, einen Strand? Oder trittst du in eine Wohnung, in eine Höhle, in ein Schloss, eine Hütte?

Wer ist dort? Ist es einsam oder ist dort ein anderer Menschen oder sind dort viele Menschen? Was tun sie? Was tust du? Kennst du sie oder sind es Fremde? Welche Beziehung hast du zu ihnen? Gehst du weiter oder sprichst du mit ihnen? Setzt du dich hin, tanzt, arbeitest du?

Lass dich einfach lenken, von deinen eigenen Schritten. Sie wissen, wohin sie dich bringen wollen. Verlass dich auf sie, auf dein Unbewusstes. Hab Vertrauen. Gib dich hin.

Sollte irgendetwas passieren, was dich bedroht, ist dein Krafttier bei dir, um Hilfe und Schutz zu bieten. Du kannst auch eins werden mit ihm und so die Situation meistern.

Die Reise wird wahrscheinlich zehn bis zwanzig Minuten dauern.

Dann gehst du zurück zum Aufzug.

Drücke den Knopf und steige hinein, sobald sich die Tür öffnet. Siehe nun, wie in jedem Stockwerk eine leuchtend rote Zahl erscheint.

Bist du bei 10, so öffnet sich die Aufzugstür und du verlässt den Aufzug.

Atme ein und aus.

Spüre deinen Körper. Spüre die Räume in deinem Körper. Sieh ihre Farben.

Öffne die Augen.

Plädoyer fürs Selber Fühlen

Wann auch immer ich in den Mainstreammedien (dazu zähle ich die Zeitungs-/Zeitschriftenlandschaft von Spiegel über taz und Süddeutsche bis zu FAZ sowie die öffentlich-rechtlichen Radioanstalten wie DLF – Fernsehsender lasse ich außen vor, da ich seit viel zu vielen Jahren nicht mehr ferngesehen habe, um das beurteilen zu können) etwas zu Homöopathie oder zu nicht schulmedizinisch anerkannten Heilmethoden lese/höre, sind die Äußerungen von Häme und (leider, meist auch) Unwissenheit und/oder Dummheit (typisches Beispiel inklusive der Fehlinformation, Homöopathie wolle Gleiches mit Gleichem heilen) getragen.

Eigentlich geht es meist darum, kundzutun, dass die Homöopathie nicht wirke(n) (könne), weil die eigentliche Substanz in den meisten Mitteln nicht mehr nachweisbar sei (letzteres stimmt). Dann folgen emotionale, gehässige Auslassungen, neuerdings wahrscheinlich noch abgerundet durch einen Hinweis auf die von ihr ausgehende Gefahr.  Das war nicht immer so. Ich erinnere mich an einen kurzen Beitrag im DLF vor rund 15 Jahren, in dem von einer universitären Studie über Homöopathie im Zusammenhang mit Epilepsie die Rede war, bei der die Wirksamkeit der Homöopathie untermauert wurde, da ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, dass Epilepsie nicht mit Placebos zu behandeln sei. Leider kann ich diese Studie jetzt nirgendwo mehr finden.

Über Jahre habe ich mich gefragt, ob eigentlich nur hinsichtlich der Themen, über die ich fundiertes Wissen besitze, Halbwahrheiten verbreitet werden, oder ob das ein Grundproblem bei (fast) allen Themen und zwar innerhalb der gesamten Medienlandschaft sei. Diese Frage ist relevanter denn je. Und zudem eine sehr problematische, da inzwischen nicht mehr nur innerhalb von rechten und rechtsextremen Kreise gern von der Lügenpresse (respektive Lückenpresse) die Rede ist.

Aber die (wie?) freie Presse tut nicht viel, um den Glauben an sie zu stärken. In meinem Blog ging es bis jetzt weitestgehend um eine spirituelle Reise. Und das soll eigentlich auch so bleiben. Aber bevor ich wieder auf die Homöopathie und im nächsten Blogeintrag dann hoffentlich auf die Klangliege zu sprechen komme, möchte ich ein Beispiel anführen, das bei mir massives Unbehagen ausgelöst hat:

Die entfesselte, jeglicher Grundlage entbehrende Hysterie um Xavier Naidoo und seinen Song „Marionetten“, dessen Gesellschaftskritik von den gesamten o.g. Printmedien innerhalb der vergangenen Tage das Label der Demokratiefeindlichkeit, wenn nicht des rechten Gedankengutes, verpasst bekommen hat. Es folgte im Radio teilweise die Zensur. Als ich mir daraufhin den Text des Songs durchlas, war ich sehr verwundert. Denn wie sich jemand mit einem solchen Text „in die Nähe von Totengräbern der Demokratie“ begibt, darf von mir aus gern Christian Wulffs (der dann meinte, in das gleiche Horn blasen zu müssen) Geheimnis bleiben; ich jedenfalls lese eher den Wunsch nach echter Demokratie heraus.

Einige interessante Gedanken dazu fand ich auf den Nachdenkseiten (die allerdings vom Büro Martin Schulz´ inzwischen auch schon als „demokratiegefährdend“ eingestuft werden):

„Naidoos Text – in dem von vermeintlich „jüdisch-amerikanischen Verschwörungen“ freilich keine Rede ist – als „staatsfeindlich“ zu kritisieren, legt nahe, es sei Aufgabe von Künstlern und Prominenten, den Staat zu unterstützen – ein Denkmuster, das man eigentlich aus autoritären Regimen kennt. Dass darüber hinaus die Verwendung des Begriffes „Marionetten“ ein „gängiges antisemitisches Bild“ sei, erscheint eher konstruiert. […] Sicher gibt es Codes, die Rechte verwenden und bei denen Vorsicht geboten ist. Doch ein Allerweltsbegriff wie „Marionetten“ lässt sich kaum ernsthaft aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verbannen. Der Ansatz, Worte zu meiden, die auch der politische Gegner verwendet, steht ganz allgemein logisch auf schwachen Füßen. Eine gemeinsame Gesinnung entsteht – anders als viele meinen – nicht schon dadurch, dass man mit anderen die Diagnose eines politischen Problems teilt (etwa: „die Demokratie funktioniert derzeit überhaupt nicht so, wie sie soll“). Anhänger ganz unterschiedlicher politischer Lager können ein Problem in gleicher Weise analysieren – dadurch werden sie noch nicht zu Verbündeten, denn eine Diagnose ist kein Lösungsvorschlag. Erst wenn man auch dort, bei der gewünschten Lösung für ein Problem, übereinstimmt, gerät man in die Nähe des anderen politisches Lagers.“ (Paul Schreyer, Nachdenkseiten)

Auch auf Rubikon-News wird auf die Tradition des Begriffs der Marionetten hingewiesen, aber in einem ganz anderen Zusammenhang: dort nämlich findet man das Bild bereits bei Georg Büchner in seiner Kritik am Feudalsystem, in welchem der Minister zur „Drahtpuppe“ wird, an der die “fürstliche Puppe“ zieht.

„Das Absurde ist: Wir leben in einer Zeit, in der Medien voller Abscheu (zu Recht) auf das Totalitäre blicken, aber sie sind blind gegenüber dem totalitären Geist, der in ihrer eigenen Berichterstattung zum Ausdruck kommt.“ (Marcus Klöckner, Rubikon News)

Der Artikel stellt u.a. die Frage, wie die Medien wohl heute reagieren würden, würde jemand in einer Talkshow mit der Axt auf den Tisch einschlagen, wie dereinst Nikel Pallat von Ton Steine Scherben im WDR (wer’s nicht kennt: durchaus sehenswert hier!), der das Fernsehen ein Unterdrückungsinstrument der kapitalistischen Gesellschaft nannte und sagte (Achtung!): man müsse sich GEGEN DEN UNTERDRÜCKER STELLEN (darf man sowas eigentlich heute überhaupt noch DENKEN?)

Regelrecht erleichtert war ich, als ich gestern dann auch im Tagesspiegel einen „normalen“ Artikel fand, von Harald Martenstein nämlich, der sich u.a. als Kolumnist des Zeit Magazins einen Namen gemacht hat. Er scheint einer der wenigen zu sein, der seinen eigenen Verstand eingeschaltet (und nicht einfach woanders abgeschrieben?) hat und dem Getöse um Naidoo schlicht und ergreifend ein wenig Vernunft entgegensetzt. Das geht also offenbar auch, nämlich hier.

Meine Beklommenheit, fast schon ein dumpfes Gefühl der Bedrohung, angesichts einer Gesellschaft und einer Medienlandschaft, in der ein offener (politischer) Diskurs unmöglich ist, bleibt trotzdem. Vor allem nachdem kürzlich erst eine Kampagne gegen den ungemein kenntnisreichen und meines Erachtens über jeden Zweifel erhabenen Nahost-Experten Michael Lüders, der eine hervorragende Aufklärungsarbeit bzgl. der US-amerikanischen und europäischen Nahost-Politik geleistet hat (siehe hier seinen hochinformativen Vortrag)  Wellen geschlagen hatte: https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Lüders#Soziale_Medien_und_Fernsehauftritte (die Rolle der Wikipedia, die seit Monaten als Instrument von Zensur und Meinungsbildung und somit als Herrschaftsinstrument in der Kritik steht, stellt wiederum ein eigenes Diskussionsthema dar: https://www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/die-dunkle-seite-der-wikipedia).

Meine Frage lautet daher: Warum? Welches Interesse haben die Medien daran, kritische Menschen und Meinungen zu diffamieren und zu diskreditieren? Warum ist in unserer Gesellschaft keine wirkliche Diskussion möglich?

Wer es geschafft hat, bis hierher vorzudringen, fragt sich wahrscheinlich, wie ich überhaupt noch die Kurve zur Homöopathie kriegen will.

Es geht um mein Unbehagen.

Es geht um ähnliche Strategien der Verunglimpfung, die mich schon seit Jahren umtreiben und ratlos machen. Warum werden alternative Heilmethoden nicht konstruktiv kritisch beleuchtet, statt sie ihrer tatsächlichen Unwissenschaftlichkeit wegen mit Häme zu überziehen? Warum wird das, was so offenbar Nutzen bringt, niedergemacht? Warum werden die Menschen mit ihren positiven Erfahrungen nicht ernst genommen? Warum wird immer nur darüber berichtet, wenn auch mal bei einem Homöopathen was schief geht (soll bei einem Schulmediziner ja noch nicht vorgekommen sein, oder?)? Warum werden den Homöopathen horrende Preise unterstellt, wenn beispielsweise eine schulmedizinische Krebsbehandlung 100x mehr als eine homöopathische kostet?

Immer wieder liest man z.B., dass es ja kaum zu fassen sei, wieviele Menschen an die Homöopathie glaubten oder dort Heilung suchten. Die Versuche einer Antwort nehmen die Menschen nicht ernst, indem sie den Homöopathie-Befürwortern  unterstellen, sie seien „von der klassischen Medizin enttäuscht und glauben lieber an die Selbstheilungskräfte von Körper und Geist, die vom Therapeuten und von den homöopathischen Kügelchen nur irgendwie geweckt werden müssen.“  Als seien diese Leute Kinder oder leicht verblödet oder völlig verwirrt von der komplexen Gesellschaft in der wir leben (http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/04/Alternative-Medizin-Homoeopathie/seite-2 — es handelt sich hier um einen immerhin seriösen Artikel, der die Homöopathie ganz gut erklärt und – soweit ich das erkennen konnte – keinerlei Falschinformationen enthält).

Für eine neutrale, kurz und knapp gehaltene Erklärung der Homöopathie, siehe hier.

Die Erfahrung mit und in einer homöopathischen Behandlung kann natürlich nur jeder selbst machen. Und entweder man will das oder eben nicht. Es ist nicht meine Absicht, jemanden von etwas zu überzeugen. Aber der Beitrag über die Homöopathie war mir wichtig, da ich sie als „spirituelle Heilmethode“ sehe, in der ein geistiges Prinzip wirksam ist.

Meine Erfahrung ist, dass ich oft Mittel genommen (oder meinen Kindern gegeben) habe und das dann wieder vergessen habe. Bis mir in den folgenden Tagen aufgrund einer einschneidenden Änderung, meist des Verhaltens oder der Stimmung, wieder die homöopathische Mittelgabe einfiel, die diese Änderung demnach ausgelöst hatte. Da ich selbst meist gar keine unmittelbare Wirkung erwartet hatte  (es handelt sich ja auch oft um langwierige Prozesse und Heilung ist ohnehin eine längere Entwicklung)  bzw nicht wusste, wie diese sich hätte äußern können, ist der Placebo-Effekt nicht plausibel. Die Anthroposophen z.B. gehen von einer so tiefgreifenden Wirkung der Homöopathie aus, die laut anthroposophischer Philosophie auch eine Veränderung des Karmas bewirken könne, dass sie Kleinkindern bis zum Alter von zwei oder drei Jahren noch keine homöopathischen Mittel in höheren Potenzen (Potenzen, in denen die eigentliche Substanz nicht mehr nachweisbar ist) verabreichen.

Persönlich habe ich bislang lediglich mit einer einzigen Frau gesprochen, die tatsächlich Heilung von einer schweren Krankheit durch die Homöopathie erfahren hat: ihr Krebs war bereits metastasiert, sie war von der Schulmedizin aufgegeben worden und war zwei Jahre nach dem Aufenthalt in der Schweizer homöopathischen Clinica Santa Croce krebsfrei (und ist es nach wie vor). Hier ist ihr Bericht.

Wer mehr zu der wunderbaren Clinica Santa Croce, in der auch ich mich stationär habe behandeln lassen, erfahren möchte: http://www.clinica-santa-croce.ch/de/behandlung.h

Mit diesem Beitrag möchte ich alle einladen, nicht nur in der kommenden Woche, selbst zu denken, selbst zu fühlen, bei sich zu bleiben und aus der Reihe zu tanzen.

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